Schweizer Tierschutz: «Pferde brauchen schnell Hilfe»

Stephanie Martina, 6. August 2017, 15:34 Uhr
Wegen der schockierenden Bilder von den toten und misshandelten Pferden in Hefenhofen, gingen gestern Tierschützer auf die Strasse. Nun meldet sich auch der Schweizer Tierschutz zu Wort: Er fordert, dass umgehend Massnahmen zum Wohl und zur Rettung der Tiere eingeleitet werden.

Das in den vergangenen Tagen veröffentlichte Bildmaterial dokumentiere eine ungeheure, andauernde Tierqual auf dem Hof eines bereits mehrfach wegen Tierquälerei verurteilten Landwirts U.K., schreibt der Schweizer Tierschutz (STS) in einer Mitteilung. Weiter heisst es darin: Die Bilder der leidenden Tiere auf dem Hof im thurgauischen Hefenhofen seien kaum zu ertragen und die Betroffenheit in der Bevölkerung, weit über Tierschutzkreise hinaus, sei gross.

Nach Informationen, die dem Schweizer Tierschutz vorliegenden würden, würden die Zustände auf dem Hof ein sofortiges Einschreiten der Behörden zugunsten der Tiere erfordern. Die rechtlichen Voraussetzungen für eine Beschlagnahmung seien zweifelsohne gegeben, die moralische Verpflichtung sei es sowieso, betont der STS. Es wäre «inakzeptabel und skandalös», wenn die betroffenen Tiere weiter leiden oder gar sterben müssten, weil jetzt nicht gehandelt werden würde.

Dass die Verantwortlichen des Kantons Thurgau eine Taskforce zur Bearbeitung des Falls ankündigt hätten, deutet laut dem Schweizer Tierschutz darauf hin, dass nun auch die Behörden den Ernst der Lage und die Not der Tiere erkannt hätten. Ob man auch die Dringlichkeit zu handeln erkannt habe, bleibe abzuwarten.

Schweizer Tierschutz: «Wir stehen breit»

Der Schweizer Tierschutz fordert in seiner Mitteilung, dass umgehend Massnahmen zum Wohl und zur Rettung der Tiere eingeleitet werden. Der Verband habe dem Veterinäramt des Kantons Thurgau schriftlich seine Unterstützung zur Rettung der Pferde vom Hof von U. K.* angeboten. STS-Präsident Heinz Lienhard unterstreicht: «Der Schweizer Tierschutz bietet seine Mithilfe an für beschlagnahmte Pferde Unterbringungsmöglichkeiten zur Neuplatzierung zu finden. Wenn der Kanton diese Unterstützung benötigt, stehen wir bereit.»

Tiere zu Tode gequält

Während mehrerer Jahre soll der Landwirt seine Pferde schlecht behandelt haben, einige habe er gar zu Tode gequält. Auf Facebook lösen diese Vermutungen heftige Reaktionen aus. Viele Tierliebhaber wollen helfen und haben eine Petition gestartet, um den Hof von U. K. stillzulegen. Am Samstagmittag fand auf dem Bahnhofplatz in Frauenfeld eine Demonstration statt. Rund 300 Demonstranten versammelten sich mit handgeschriebenen Plakaten, um auf die Missstände im kantonalen Tierschutz aufmerksam zu machen. Seit Samstagnachmittag belagern Tierschützer den Hof in Hefenhofen. Auf diese Weise wollen sie verhindern, dass U.K. die Tiere wegschaffen und Spuren vertuschen kann.

Der Kanton Thurgau hat eine Task Force zu dem betreffenden Fall gegründet und will am Montag darüber beraten, wie es weitergeht. Just an diesem Zeitpunkt planen die Organisatoren der Demonstration vom Samstag eine Mahnwache vor dem Regierungsgebäude. Für den Pferdehalter U. K. gilt die Unschuldsvermutung.

*Name der Redaktion bekannt.

Stephanie Martina
Quelle: red.
veröffentlicht: 6. August 2017 15:34
aktualisiert: 6. August 2017 15:34