«Schwierig, ein Motiv zu erkennen»

Laurien Gschwend, 6. August 2017, 09:39 Uhr
Nach dem Messerangriff vom Freitagabend in St.Gallen schwebt das 22-jährige Opfer weiterhin in Lebensgefahr. Deshalb und weil der Täter einen verwirrten Eindruck macht, ist es der Polizei bislang nicht gelungen, das Motiv der Tat zu klären. Es wurde ein Strafverfahren eröffnet.

Am Freitag kam es kurz vor 18 Uhr auf der Terrasse von «Starbucks» auf der St.Galler Marktgasse zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern mit einem Messer, wobei sich ein 22-Jähriger schwerst verletzte - unter anderem am Hals. Das Opfer wurde ins Spital gebracht und mehrmals operiert.

Zustand weiterhin kritisch

Auch am Sonntagmorgen geht es dem 22-jährigen Schweizer noch nicht besser. «Leider können wir keine positive Nachricht verbreiten, der Mann schwebt laut Aussagen der Ärzte weiterhin in Lebensgefahr», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen.

Wie Krüsi weiter ausführt, macht der mutmassliche Täter, ein 42-jähriger Schweizer, einen verwirrten Eindruck. Das Opfer sei nicht ansprechbar. «Deshalb ist es zum aktuellen Zeitpunkt schwierig, ein Motiv zu erkennen.»

Hintergründe noch unklar

Die Einsatzkräfte nahmen den mutmasslichen Täter am Freitag fest. «Er ging unvermittelt auf den 22-Jährigen los», sagt Hanspeter Krüsi. Die Tatwaffe habe man sichergestellt. Opfer und Täter seien beide aus St.Gallen.

Hanspeter Krüsi im FM1Today-Video-Interview:

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Von Passanten überwältigt

Man wolle herausfinden, ob sich das Opfer und der Täter gekannt haben, sagt Hanspeter Krüsi. Auch, ob der Messerstecherei ein Streit vorausgegangen ist, wolle man genauer abklären.

Bislang ist klar, dass der 42-jährige Messerstecher von Passanten überwältigt wurde. Diese hätten ihm auch die Waffe entwendet, schreibt die Kantonspolizei St.Gallen.

Haftantrag wird gestellt

Die Staatsanwaltschaft des Kantons St.Gallen hat ein Strafverfahren gegen den 42-Jährigen eröffnet, ausserdem wird ein Haftantrag gegen den Mann gestellt.

In Zusammenhang mit Gewaltdelikten ist der Beschuldigte nicht polizeilich bekannt, allerdings ist er in der Vergangenheit anderweitig aufgefallen. Die genauen Gründe gibt die Kantonspolizei St.Gallen nicht bekannt.

Polizei sucht Zeugen

Die Kantonspolizei hat am Freitagabend Passanten, die am Tatort waren, bereits dazu aufgerufen, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. «Einige Leute haben sich bereits bei uns gemeldet, die Suche nach Augenzeugen geht jedoch weiter», sagt Hanspeter Krüsi am Samstag. Personen, die über Foto- oder Videomaterial zum Messerangriff verfügen oder Passanten, die von der Polizei noch nicht befragt wurden, werden gebeten, sich mit der Kantonspolizei St.Gallen, 058 229 49 49, in Verbindung zu setzen.

TVO-Beitrag zum Messerangriff: 

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Laurien Gschwend
Quelle: red.
veröffentlicht: 4. August 2017 18:28
aktualisiert: 6. August 2017 09:39