Seit Jahren auf zwei Rädern durch Europa

Stefanie Rohner, 6. Mai 2017, 07:39 Uhr
Costel Dumitrache ist seit fast neun Jahren mit dem Velo in Europa unterwegs. (str)
Costel Dumitrache ist seit fast neun Jahren mit dem Velo in Europa unterwegs. (str)
© FM1Today/Stefanie Rohner
Costel Dumitrache sitzt auf dem Klosterplatz in St.Gallen. Neben ihm steht sein Fahrrad mit allerhand Habseligkeiten. Seit fast neun Jahren ist er in ganz Europa unterwegs. Der Grund? Er liebt Velofahren und ist ausserdem auf der Suche nach Arbeit.

Dumitrache kommt aus Rumänien und hat sich 2008 auf den Sattel geschwungen, um durch Europa zu fahren und in der Hoffnung, einen Job zu ergattern. Zuhause hat er drei Kinder. Er war schon in vielen Ländern und deren Städten.

Holland, Belgien, Deutschland, Italien, Norwegen, Portugal, Frankreich und nun in der Schweiz. «Ich finde es sehr schön hier. Ich möchte so viel wie möglich sehen. Nach Genf, Zürich und ins Tessin fahre ich sicher noch», sagt Dumitrache.

Sein Leben spielt sich auf zwei Rädern und im Zelt ab. Viel mehr würde nicht auf sein Velo passen. Pfannen, Zelt, Schlafsack und diverse Gepäckstücke stellen seinen Besitz dar. Hinten am Fahrrad sind die Fahnen der Länder befestigt, in denen er bereits war.

«Er hat Hilfe gebraucht»

Schon vor zwei Wochen war Costel Dumitrache zu Besuch in St.Gallen, nun ist er erneut da. Er ist mit einem Mann unterwegs, der ihm den Weg zur «Veloflicki» zeigt. Seine Kette ist kaputt und ohne eine neue kann er nicht weiterfahren.

«Ich habe ihn vor zwei Wochen kennengelernt und da brauchte er Hilfe. Sein Fahrrad war nicht im besten Zustand. Ich schenkte ihm ein Vorderrad und eine neue Bremse. Ich kam mit ihm ins Gespräch da ich selbst Velofahrer bin», sagt sein Begleiter.

Die Kette musste dringend ersetzt werden. Sonst kann er nicht weiterfahren. (Bild: FM1Today/Stefanie Rohner)
Die Kette musste dringend ersetzt werden. Sonst kann er nicht weiterfahren. (Bild: FM1Today/Stefanie Rohner)

«Viele Menschen haben mir schon geholfen»

Dumitraches Hände sind schwarz vom Kettenöl, sein Gesicht braun gebrannt. Oftmals hilft er in Gärten aus oder bietet seine Arbeit als Maler an, um ein wenig Geld zu verdienen. «Viele Menschen haben mir auf meiner Reise schon geholfen. Ich darf hin und wieder bei Leuten duschen, bekomme etwas zu essen oder neue Teile für mein Fahrrad. Das ist toll», sagt er.

Dumitrache, der Mann, der seit fast neun Jahren auf dem Fahrrad durch Europa zieht, meist im Zelt schläft und sich mit Gelegenheitsarbeit über Wasser hält. Wie lange er noch mit seinem Fahrrad unterwegs sein wird, ist nicht ganz klar, genau so wenig, wie sein nächstes Ziel.

Stefanie Rohner
Quelle: str
veröffentlicht: 6. Mai 2017 07:37
aktualisiert: 6. Mai 2017 07:39