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Coronavirus

«Sind ein Hotspot in Europa» – Liechtenstein startet Impfaktion am 18. Januar

8. Januar 2021, 20:12 Uhr
Während die Ostschweiz bereits seit dem 4. Januar Coronaimpfungen durchführt, zieht das Fürstentum Liechtenstein erst am 18. Januar nach. Dies, obwohl Liechtenstein hohe Fallzahlen verzeichnet.
Adrian Hasler, Regierungschef des Fürstentums Liechtenstein
© Keystone

«Wir sind ein Hotspot in Europa geworden und das ist nicht gut», sagt der Liechtensteiner Regierungsrat Mauro Pedrazzini an einer Medienkonferenz am Freitag. Besonders vor Weihnachten seien die Coronafallzahlen stark angestiegen. Pro Tag habe es bis zu 43 Neuinfektionen gegeben. Im Fürstentum Liechtenstein leben rund 39'000 Personen. Stand 6. Januar verzeichnete Liechtenstein im Hinblick auf die letzten sieben Tage 457 Neuinfektionen pro 100'000 Einwohner. «Vor den Feiertagen war wohl nicht viel Intelligenz vorhanden.»

Liechtenstein könnte mit der Schweiz mitziehen

Im neuen Jahr habe sich die Lage wieder etwas beruhigt. Aktuell gibt es 155 erkrankte Personen im Fürstentum und 14 befinden sich in Spitalpflege. Insgesamt sind bisher 48 Personen verstorben. «Bis wir zur Normalität zurückkehren, müssen wir uns aber noch gedulden», sagt der Regierungschef Adrian Hasler. Deswegen werden die Corona-Massnahmen um zwei Wochen bis zum 24. Januar verlängert. «Vorerst», betont Hasler. Sollte die Schweiz ihre Massnahmen bis Ende Februar verlängern, werde Liechtenstein «mit grosser Wahrscheinlichkeit» mitziehen.

«Wollten nicht medienwirksam impfen»

Während die Schweiz schon im Dezember den Start der nationalen Impfkampagne bekannt gegeben hat, war im Fürstentum bis anhin nicht klar, wie die Impfstrategie aussieht. «Wir wollten nicht einfach möglichst medienwirksam impfen. Alles muss genau geplant sein und es dürfen keine Pannen passieren», erklärt Hasler die späte Information. Nun ist klar: Ab dem 18. Januar wird auch im Liechtenstein geimpft.

Zuerst werden Bewohner von Pflegeheimen eine Impfung erhalten. Dabei gibt es eine Einstufung in Altersklassen: An erster Stelle kommen die Bewohnenden, welche 85 Jahre oder älter sind. Sind all jene geimpft, kommt die nächste Altersklasse an die Reihe: die 80-Jährigen. In Fünf-Jahres-Schritten geschieht diese Abstufung bis zu den 70-Jährigen.

Online-Anmeldung möglich

Der genaue Zeitpunkt für die Impfungen ergebe sich durch die Erhältlichkeit des Impfstoffs. Dann werde man sich online für die Impfung anmelden können.

Trotz baldigem Impfstart appelliert die Regierung an die Bevölkerung und spricht dringende Empfehlungen aus. Haushalte sollen sich in ungeschützten Situationen nicht mischen und auf private Veranstaltungen soll ganz verzichtet werden. Treffen sollten besser im Freien stattfinden und die Maske soll getragen werden, wenn der Abstand zwischen den Personen geringer als 1,5 Meter ist.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 8. Januar 2021 18:17
aktualisiert: 8. Januar 2021 20:12