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Ostschweiz

So bereiten sich Skigebiete im FM1-Land auf die Saison vor

Géraldine Bohne, 6. Oktober 2020, 15:04 Uhr
Skigebiete arbeiten zurzeit intensiv an ihren Schutzkonzepten, obwohl der Bundesrat noch keine Richtlinien zur Skisaison bekanntgegeben hat. Deswegen herrscht noch immer Ungewissheit. Bergbahnen im FM1-Gebiet geben aber trotzdem einen ersten Einblick, wie das Skifahren aussehen könnte.
Der Sesselllift aufs Plattenhorn in Arosa im Kanton Graubünden. (Archivbild)
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Die Schweizer lassen sich kein zweites Mal ihren geliebten Winter-Volkssport nehmen. Die kommende Skisaison soll trotz Pandemie stattfinden – jedoch mit Einschränkungen. Bis anhin waren die Skigebiete mit dem Ausarbeiten von ihren Schutzkonzepten beschäftigt. Doch es herrscht noch immer Unsicherheit, denn der Bundesrat muss zusammen mit den Seilbahnen Schweiz eine Minimum-Vorgabe für die Schutzkonzepte festlegen. Erst dann können die Bergbahnen mit Sicherheit planen.

«Wir sind uns am vorbereiten. Unsere Schutzkonzepte werden laufend den neusten Erkenntnissen angepasst. Es kann aber sein, dass wir nach dem Bundesratsentscheid das Konzept noch einmal umkrempeln müssen», sagt Stefan Reichmuth von dem Wintersportgebiet Arosa-Lenzerheide. Derzeit sehe es so aus, dass lediglich eine Maskenpflicht in geschlossenen Transportanlagen (Gondel- und Pendelbahnen) sowie in sämtlichen geschlossen Gebäuden herrsche. «Auch werden wir viel an die Eigenverantwortung appellieren müssen.» Die Bergbahnen haben bereits spezielle Winter-Schutzmasken bestellt, die an die Gäste verkauft werden können. «In den Skigebieten werden kaum Einwegmasken gebraucht werden, wie wir sie bis anhin kennen.»

Das Skifahr-Erlebnis werde sich mit solchen schlauchartigen Masken deshalb kaum von «normalen» Jahren unterscheiden. «An der frischen Luft ist jedem selbst überlassen, wie er herumfährt», so Reichmuth. Derzeit glaubt er daran, dass es in der Schweiz nicht genügen werde, ein Stofftuch über den Mund zu ziehen. «Wir sind überzeugt, dass die Mund- und Nasen-Schütze vom BAG zertifiziert sein müssen.»

Ausländische Gäste werden grösstenteils wegfallen

Das ist nur eine von vielen Fragen, welche für die Bergbahnen noch immer ungeklärt sind. Auch bleibt unklar, ob es Kapazitätsbeschränkungen im Skigebiet geben wird. «Das wäre sehr schwierig umsetzbar.» Ohnehin steht die Skisaison auf unsicherem Pflaster. Kommen die Gäste Skifahren? Ein grosser Teil der ausländischen Gäste könnte durch die Reisebeschränkungen bereits wegfallen. «Es bleibt auch offen, was der Schweizer macht.»

Doch die Zahlen des Vorverkaufs an Saison- und Jahresabonnements zeigen, dass die Schweizer auch während der Pandemie Skifahren wollen. «Die Verkaufszahlen überraschen uns positiv. Wir haben mit dem Vorverkauf mehr Umsatz gemacht als in den letzten Jahren», sagt Stefan Reichmuth und versichert: «Die Gäste werden im Skigebiet auch mit Corona das volle Angebot erhalten.»

«Man wird sich an die Maske gewöhnen»

Auch im Skigebiet Flumserberg laufen die Planungen für die kommende Saison auf Hochtouren. Gemäss Katja Wildhaber, Leiterin Marketing Flumserberg, geht man auch hier von einer Maskenpflicht in den Bergbahnen aus.

So habe man auch bereits die speziellen Wintermasken bestellt, die Besitzern einer Jahreskarte gratis abgegeben werden. «Man wird sich, wie beim ÖV, an die Maske gewöhnen.» Definitiv sei aber noch nichts. Auch die Bergbahnen Flumserberg warten auf einen Entscheid des Bundesrats. «Es wäre schön, würde der Bundesrat bald seine Richtlinien herausgeben.»

Die Schutzkonzepte für die Gastrobetriebe im Skigebiet stehen hingegen schon. In den Bars wird es eine Registrationspflicht geben und die Gäste müssen sich ein- und auschecken. Zudem werden in den Restaurants die Gäste in verschiedene Sektoren eingeteilt.

Maskenpflicht in Gondeln und viele Empfehlungen

Im Pizol steht das Schutzkonzept bereits und wurde auch schon veröffentlicht. In den Gondeln herrscht eine Maskenpflicht, Anstehbereiche werden umorganisiert und die Gondeln werden täglich desinfiziert. In Restaurants haben Tische den behördlich angeordneten Mindestabstand, die Gästezahl ist limitiert. Zudem empfehlen die Bergbahnen Pizol das Tragen einer Maske bei Kassenbereichen, auf WCs sowie bei Ein- und Ausstiegsbereichen.

Die Toggenburger Bergbahnen geben wiederum noch nicht mehr Informationen bekannt, als dass sie sich an die Vorgaben des BAG und den Branchenverbänden halten werden. Welche Vorgaben der Bundesrat dann definitiv festlegt, bleibt noch offen. Diese Woche soll der Verband Seilbahnen Schweiz über das vorgeschlagene Schutzkonzept informieren. Bis dahin können Skigebiete nur abwarten und weiter planen.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 7. Oktober 2020 05:40
aktualisiert: 6. Oktober 2020 15:04