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Weihnachten

So feiern Ostschweizerinnen und Ostschweizer im Ausland

Sarah Lippuner, 24. Dezember 2020, 10:13 Uhr
Im Corona-Jahr ist das Weihnachtsfest ein anderes. Auch für Ostschweizerinnen und Ostschweizer, die über Weihnachten im Ausland sind.
Max und Asija sind vor gut zwei Jahren vom Rheintal nach Thailand ausgewandert.
© FM1Today

«Wir gehen an Heiligabend zum Barbecue bei unseren Nachbarn, das ist jetzt unsere neue Familie.» Max und Asija sind vor gut zwei Jahren vom Rheintal nach Thailand ausgewandert (FM1Today berichtete). Das Weihnachtsfest ist bei ihnen zurzeit auch mit Angst verbunden: «Wir hoffen, dass es keinen Lockdown gibt. Bis vor kurzem war in Thailand das Coronavirus kein grosses Problem, aber vor ein paar Tagen gab es einen Superspreader an einem Fischmarkt in Bangkok, da haben sich etwa 1000 Leute infiziert. Wir hoffen, dass wir vom Virus verschont bleiben», sagen die beiden im Interview mit FM1Today.

Max und Asija werden die Silvesternacht in einer Bar verbringen – in der Schweiz wäre das nicht möglich. «Ihr seid wirklich arm dran», sagt Asija, «Wir sind in Gedanken bei euch in der Schweiz und wir beneiden euch zurzeit nicht, was die Coronafälle anbelangt.»

In Tokio steht man Schlange für «fried chicken»

Fabian aus St.Gallen lebt seit fünf Jahren in der japanischen Hauptstadt Tokio. «Eigentlich wollte ich über Weihnachten nach Hause kommen, aber das geht wegen Corona momentan nicht.» Stattdessen bleibt der 28-Jährige in der Megastadt, in der Weihnachten gar kein Feiertag ist. «Die Japaner haben trotzdem eine Tradition, Weihnachten zu feiern. Sie essen ‹fried chicken›.» Dieser Brauch kommt von einer Werbung der amerikanischen Fastfood-Kette Kentucky Fried Chicken.

«Es ist total verrückt, das Poulet muss man vorbestellen und für dieses Jahr ist alles komplett ausverkauft. Trotzdem werden die Japaner am 25. und 26. Dezember in langen Schlangen anstehen, um noch fried chicken zu bekommen.» Eigentlich wollte der Ostschweizer mit seiner Freundin auch dieses Jahr Weihnachten mit diesem «traditionellen» Gericht feiern, doch er kam zu spät: «Auch im Supermarkt ist jegliches Poulet ausverkauft, ich glaube in ganz Tokio gibt es kein Poulet mehr. Jetzt kochen wir an Weihnachten einfach etwas für uns zuhause und backen einen Kuchen oder so.»

Seit den 70er-Jahren sind die Japaner an Weihnachten im Poulet-Wahnsinn, wie diese Werbung zeigt:

Im Airbnb in der Türkei

Markus, ebenfalls aus St.Gallen, verbringt die Weihnachtstage mit seiner Freundin in Iskenderun, im Süden der Türkei. «Seit vier Wochen sind die Restaurants geschlossen, sie dürfen nur noch Lieferdienste anbieten. In der Nacht und am Wochenende dürfen die Einheimischen nicht mehr raus, wir als Touristen aber schon. Dann können wir die Touristen-Hotspots fast für uns alleine geniessen.»

Die Stimmung der Touristen gegenüber sei positiv. Weihnachten wird im islamischen Land nicht offiziell gefeiert. «Unser Weihnachtsabend wird ganz bescheiden», sagt Markus, «wir holen uns etwas Leckeres zum Essen und richten uns im Airbnb ein. Später treffen wir uns per Zoom mit unserer Familie zum virtuellen Weihnachtsfest.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 24. Dezember 2020 14:24
aktualisiert: 24. Dezember 2020 10:13