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St.Gallen

«Es ist widerlich und verletzend – unsere Trauer wird nicht respektiert»

9. November 2021, 07:57 Uhr
Kurz nacheinander sind zwei Lernende des Kantonsspitals St.Gallen verstorben. Corona-Skeptiker nutzen den Tod der zwei jungen Frauen, um Stimmung gegen die Impfung zu machen. Die Angehörigen der Verstorbenen sind entsetzt.
Die beiden verstorbenen Frauen absolvierten eine Ausbildung im Kantonsspital St.Gallen.
© FM1Today

Die zwei angehenden Fachfrauen Gesundheit waren Ende Oktober verstorben. «Dass gleich zwei junge Mitarbeiterinnen so kurz nacheinander sterben mussten, ist ein trauriger Zufall, der uns fassungslos zurücklässt», schrieb das Kantonsspital St.Gallen (KSSG) in einer internen Mitteilung zum Tod der beiden Lernenden.

Die offizielle Todesursache der beiden steht noch nicht fest, doch auf einschlägigen Foren von Corona-Skeptikern auf Telegram zeigen sich Impfgegner überzeugt, dass ein Zusammenhang zwischen der Corona-Imfpung und dem Tod der beiden jungen Frauen bestehe.

Die beiden Trauerfamilien zeigen sich entsetzt, wie sie gegenüber blick.ch betonen: Das Vorgehen mache sie fassungslos. «Meine Tochter wird instrumentalisiert», sagt eine der Mütter. Sie stellt klar: «Ich bin mir sicher, dass ihr Tod nichts mit der Impfung zu tun hat.»

Gleich tönt es bei der Familie der zweiten verstorbenen Lernenden Fachfrau Gesundheit aus St.Gallen: «Es ist unsäglich, dass solche Gerüchte herumgehen. Es ist widerlich und verletzend. Unsere Trauer wird nicht respektiert», sagt die Mutter.

Bereits zuvor hatte das Kantonsspital St.Gallen Stellung bezogen: «Wer Behauptungen wie in verschiedenen Posts auf der Basis ungesicherter Informationen und Annahmen verbreitet, handelt nicht nur höchst unverantwortlich, sondern auch pietätlos gegenüber den trauernden Familien.» Die Lernenden seien «zu verschiedenen Zeiten» und «an verschiedenen Orten» unerwartet verstorben.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 8. November 2021 22:26
aktualisiert: 9. November 2021 07:57