10'000 Tonnen Stein gegen Hochwasser

Leila Akbarzada, 18. September 2017, 13:21 Uhr
Die Ellhornschwelle nach über 40 Jahren saniert.
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10'000 Tonnen Steine sollen an der Ellhornschwelle im Rhein vor Hochwasser schützen. Die Sanierung ist nötig, denn die bestehende Schwelle besteht aus Steinen, die vor über 40 Jahren am Rhein platziert wurden. Mit den Steinen wird auch das weitere Sinken des Grundwassers vermieden.

Die Ellhornschwelle im Rhein bei Sargans, Mels und Fläsch besteht aus vielen Blocksteinen, die 1972 im Rhein platziert wurden. Die Steine verhinderten, dass sich der Rhein in die Flusssohle eingräbt, die Sohle damit eintieft und folglich die Hochwasserdämme zerstört werden.

Neuer Steinteppich

45 Jahre nach dem Bau der Schwelle muss dieser Steinteppich komplett saniert werden. Dies ist auch eine Folge des Hochwassers im Jahr 2016, schreibt die Staatskanzlei St.Gallen. Mit der Sanierung werden 10‘000 Tonnen neue Steine mit einem Einzelgewicht von zweieinhalb bis vier Tonnen in den Alpenrhein gesetzt. So kann der Grundwasserspiegel wieder stabilisiert werden. Auch die Fische profitieren: sie sollen sich durch die Instandsetzung die Schwelle besser passieren können.

Kostenpunkt dieses Unterfangens: 1,2 Millionen Franken. Das Projekt liegt bis am 30. September in den Standortgemeinden Sargans, Mels und Fläsch auf. Die Bauzeit dauert von Anfang November 2017 bis Ende Februar 2018.

Rhein wird umgeleitet

Die Bauarbeiten müssen in zwei Etappen ausgeführt werden. In der ersten Etappe wird die St.Galler Seite des Rheins saniert. Damit die Blocksteine im Trockenen verlegt werden können, wird der Rhein auf die Bündner Seite umgeleitet. Nach Abschluss der ersten Etappe wird der Fluss auf die St.Galler Seite umgeleitet und die Bauarbeiten auf Bündner Seite werden in Angriff genommen.

Grundwasser soll nicht weiter sinken

Zwischen 1950 und 1972 senkte sich wegen des Kiesabbaus aus dem Alpenrhein die Sohle des Flusses um mehrere Meter ab. Kies wurde entnommen, weil damit die unerwünschte Ablagerung von Gestein auf der Flusssohle verhindert werden konnte. Durch den Bau von Kraftwerken und der Verbauung von Wildbächen wurde der Eintrag an Kies und Sand in den Alpenrhein zusätzlich vermindert und weniger Geschiebe transportiert. In den folgenden Jahren vertiefte sich die Sohle auf gewissen Flussabschnitten bis zu fünf Meter ab.

Das Grundwasser senkte sich ebenfalls um mehrere Meter ab, was zum Austrocknen der Giessen in der Vilterser-, der Wangser-, Melser und Sarganserau führte. In Giessen oder als Quellen tritt Grundwasser an die Oberfläche. Mit dem Einbau der Schwelle in Buchs im Jahr 1971 und beim Ellhorn in Sargans im Jahr 1972 konnte verhindert werden, dass sich die Flusssohle weiter in den Boden gräbt.

Leila Akbarzada
Quelle: red./pd
veröffentlicht: 18. September 2017 13:21
aktualisiert: 18. September 2017 13:21