Nach Pilotprojekt

300 E-Trottis für St.Gallen – neu ganze Stadt befahrbar

Laurien Gschwend, 13. Juli 2020, 11:39 Uhr
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Quelle: pd

In der Stadt St.Gallen gibt's bald wieder E-Trottinetts. Nach dem Pilotprojekt hat sich die Stadt für den Anbieter «Tier» entschieden. Die Trottis können neu auf dem ganzen Stadtgebiet genutzt und abgestellt werden.

Die St.Gallerinnen und St.Galler können bald wieder auf E-Trottis durch die Stadt fetzen. Nach dem Pilotprojekt im Jahr 2019 hat die Stadt dem Anbieter Tier Mobility Swiss GmbH eine Bewilligung für zwei Jahre während der Sommermonate – März bis Oktober – erteilt.

«Tier» bietet seine Trottis in neun Ländern und über 65 Städten an, in der Schweiz in Zürich, Basel, Winterthur und Zug. Gegen vier Mitbewerber hat sich das Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin durchgesetzt. «Es war ein enges Rennen», sagt Roman Kohler, Mediensprecher der St.Galler Stadtpolizei. «Tier» habe am Ende wegen des Beschwerdemanagements, der zertifizierten Klimaneutralität und der in die Scooter integrierten Helmbox am meisten überzeugt.

«Die E-Trottis werden tagsüber und nachts von einem lokalen Team eingesammelt und an Veloständern abgestellt», sagt Kohler. Der Pilotprojekt habe gezeigt, dass rumstehende Trottis «ein Störfaktor und auch ein Sicherheitsrisiko» sein können. Die Stadt sei jedoch zuversichtlich, dass das Konzept von «Tier» funktioniere. «Auch der Anbieter hat ein Interesse daran, wenn die Trottis nicht irgendwo im Fluss liegen, sondern an Veloständern stehen.»

Die Schweizer Bevölkerung gehe im Allgemeinen gut mit den Scootern um, sagt Emre Argön, City Manager bei «Tier», auf Anfrage. «Vereinzelt stellen wir Vandalismus fest, aber eher in den grösseren Städten. Es ist nicht so, dass das Problem Überhand nimmt.»

5 km/h beim Verlassen der Stadt

Während die E-Trottis des Anbieters «Voi» beim Pilotversuch nur in der Innenstadt genutzt werden durften, sind Fahrten neu auch in den Aussenquartieren erlaubt. Ausnahmen bilden Waldgebiete und Parks. «Man muss mit E-Trotti auf der Strasse fahren und sich an allgemeine Fahrverbote halten», sagt Kohler. Beim Verlassen des erlaubten Gebiets wird die Geschwindigkeit auf 5 Stundenkilometer verlangsamt und man muss das E-Trotti zurück in die Stadt bringen.

In der App des Anbieters «Tier» ist das befahrbare Gebiet ersichtlich.

© Screenshot: «Tier»-App

Betrunken fahren verboten

Wie auch auf dem Velo droht eine Anzeige, wenn man betrunken fährt. Es gilt eine Grenze von 0,5 Promille. «Unter Umständen kann einem der Führerschein entzogen werden, wenn man sich nicht an die Regeln hält», sagt Kohler. Die E-Trottis dürfen überall abgestellt werden, solange sie keine Behinderung oder ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Am Anfang wird rund ein Drittel der Trottis mit einem Helm augestattet sein, weitere sollen folgen. In jeder Box befindet sich laut Emre Argön von «Tier» ein einmalig verwendbares Haarnetz, zudem wird der Scooter bei jedem Batteriewechsel desinfiziert.

Quelle: Stapo SG
veröffentlicht: 13. Juli 2020 08:36
aktualisiert: 13. Juli 2020 11:39