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Bald vollautomatisch: Bis 2027 wird auf der Linie Rheineck-Walzenhausen getestet

Strecke Rheineck-Walzenhausen

Ab 2027 ohne Zugführer: Appenzeller Bahnen testen neues Kollisionswarnsystem

23.04.2024, 15:56 Uhr
· Online seit 23.04.2024, 15:52 Uhr
Die traditionsreiche Bahnstrecke zwischen Rheineck und Walzenhausen wird bald zu einer der modernsten der Welt und kommt ohne menschliche Bedienung aus. Ab 2027 kommt der neue, vollautomatische Triebwagen – bis dahin wird fleissig getestet.
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Der 66 Jahre alte Wagen der Linie Rheineck-Walzenhausen muss vor seiner Pensionierung noch eine wichtige Mission erfüllen. Bis zu seiner Ausmusterung im Jahr 2027 fährt er mit einem neuartigen Kollisionswarnsystem, welches ab dann die komplette Automatisierung der Linie ermöglichen soll, also einen selbstfahrenden Zug.

Der Test des Frühwarnsystems vom Stadler soll die Störfaktoren und möglichen Probleme auf der Linie frühzeitig erkennen. «Diese Langzeittests sind entscheidend, um die Sicherheit und Effizienz des zukünftigen führerlosen Betriebs zu gewährleisten», schreiben die Appenzeller Bahnen.

Weltneuheit

Die Linie Rheineck-Walzenhausen gibt es seit 1896, der aktuelle Wagen befährt die Strecke seit 66 Jahren. In seinen letzten zwei Dienstjahren wird er nun zum Wegbereiter für eine Weltneuheit. «Die erste vollautomatisierte Überland-Adhäsions- und Zahnradbahn der Welt», schreiben die Appenzeller Bahnen.

Die Umstellung auf den vollautomatischen Betrieb bringt aus Sicht der Appenzeller Bahnen Vorteile, etwa die Ausweitung der Betriebszeiten und finanzielle Einsparungen.

Zahnloser Test 

Während gut zwei Jahren fährt das Kollisionswarnsystem zwar mit, allerdings ohne wirklich in die Steuerung einzugreifen, sagt Maja Bretscher von den Appenzeller Bahnen: «Das System erkennt im Bereich der Fahrbahn Hindernisse, wie zum Beispiel Personen und Tiere, aber auch Bäume, die nach einem Naturereignis auf die Fahrbahn ragen.»

Wird ein Hindernis erkannt, zeichnet das System ein Video auf, welches ausgewertet wird. Während der Testphase hat es jedoch keinen Zugriff auf die Steuerung.

«Das System funktioniert»

Grosse Bedenken, dass die Bahn ab 2027 nicht vollautomatisch betrieben werden kann, scheinen bei den Appenzeller Bahnen nicht zu bestehen. Das liegt auch am System von Stadler, welches an sich gar nicht getestet werden muss. «Das Kollisionswarnsystem ist nicht neu. Es geht nicht um einen Grundsatztest, sondern wir wollen erfahren, wie das System auf der Strecke Rheineck-Walzenhausen funktioniert», sagt Bretscher.

Ob das neue System in Zukunft auch auf anderen vergleichbaren Bahnen eingesetzt werden kann, ist noch offen. Kandidaten gäbe es auf dem Appenzeller Schienennetz, etwa das «Heidener Bähnli» oder die Linie Altstätten-Gais.

veröffentlicht: 23. April 2024 15:52
aktualisiert: 23. April 2024 15:56
Quelle: FM1Today

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