Alles neu macht der Müll

Dario Brazerol, 15. Mai 2018, 06:05 Uhr
Ein Garten auf dem Dach und ein Krantheater - das sind einige der Neuerungen, mit denen das Kehrichtheizkraftwerk St.Gallen nach der Sanierung aufwartet. Das Millionen-Projekt ist nach vier Jahren Bauzeit abgeschlossen.

Das Kehrichtheizkraftwerk St.Gallen (KHK), welches seit 1972 in Betrieb ist, war in die Jahre gekommen. Dies ist auch der Grund, weshalb die St.Galler Stimmbevölkerung sich 2013 für einen Sanierungskredit in der Höhe von 53 Millionen Franken ausgesprochen hat. Nach über dreijähriger Bauzeit sind die Arbeiten im KHK nun abgeschlossen. «Wir haben insbesondere Wert darauf gelegt, die Anlage effizienter zu betreiben, die Kundenfreundlichkeit bei der Anlieferung zu optimieren und die Sicherheit zu verbessern», sagt Peter Jans, Stadtrat von St.Gallen und Direktor der Technischen Betriebe.

Unfall verzögert Bauarbeiten

Die Sicherheit war es auch, die während des Bauprozesses für Schlagzeilen gesorgt hat. Nach einer Explosion in der Abfallgrube mussten fünf Personen mit Verletzungen ins Spital gebracht werden. «Dieser Unfall hat zu einer leichten Verzögerung im Bau geführt», sagt Marco Sonderegger, Leiter der Entsorgung St.Gallen. Weil die Umbauarbeiten bei laufendem Betrieb durchgeführt werden mussten, stellte dies für die Mitarbeitenden eine ziemliche Belastung dar, ist sich Peter Jans sicher. «Aufgrund dessen haben wir die Bunkertore gefestigt und Gasschnüffler installiert.» Damit sollen Unfälle dieser Art in Zukunft vermieden werden.

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Wein vom KHK

Sicherheit und Zuverlässigkeit waren zwei der Hauptziele der Erneuerungen. «Ausserdem garantieren wir mittlerweile einen 24-Stunden-Betrieb für die Abfallabgabe», sagt Sonderegger. «Man bedenke, es werden jährlich über 75000 Tonnen Abfall aus 40 Gemeinden hier angeliefert.» Das Herzstück des Neubaus bildet die neue Krankanzel mit integriertem Krantheater: «Damit wollen wir einen Wow-Effekt erzeugen und den Leuten die Geschichte des Abfalls erzählen.» Des Weiteren wurde auf dem Dach des Gebäudes ein Garten mit dem ersten St.Galler Rebberg angelegt. «Wir wollen aus Recycling-Produkten Trauben herstellen und wer weiss, vielleicht sogar einen guten Wein produzieren», sagt der Betriebsleiter des KHK, Markus Walser.

«Ein gelungenes Werk»

«Ich finde, mit den Neuerungen haben wir eine massgeschneiderte Lösung für die Verhältnisse von St.Gallen. Für die Grösse, die wir haben, ist es ein gelungenes Werk», sagt Walser. Doch die Verantwortlichen des KHK fassen schon die nächsten Neuerungen ins Auge: «Jetzt können wir die Wärmeversorgung der Stadt weiter wahrnehmen und in einer nächsten Etappe die Rauchgasreinigung anpacken. Denn diese ist auch schon ein paar Jahrzehnte alt», sagt Stadtrat Jans. Diese Neuerungen sollen in den nächsten vier Jahren realisiert werden. Bevor es so weit ist, muss das Parlament aber noch darüber entscheiden.

Am Samstag, 26. Mai, öffnet das KHK seine Tore für die Bevölkerung.
Dario Brazerol
Quelle: dab
veröffentlicht: 15. Mai 2018 06:05
aktualisiert: 15. Mai 2018 06:05