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Eschenbach

«Alles verloren» – Betroffener spricht über die Brandnacht

10. Mai 2021, 17:38 Uhr
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Quelle: FM1Today / TVO

In Eschenbach stand am Samstagabend ein Haus in Flammen. Die 65 Feuerwehrleute waren bis zum frühen Sonntagmorgen im Einsatz und konnten auch auf freiwillige Hilfe von Passanten zählen. Ein Bewohner des Hauses blickt zurück auf die «Horrornacht».

Patrick Mächler, ein Bewohner des Hauses, sass am Samstagabend auf dem Sofa und bekam zunächst nichts vom Feuer mit: «Plötzlich klingelte es sturm und es hiess: Raus, es brennt!»

«Die Kinder haben alles verloren»

Die Erinnerungen an die Nacht sind noch unverdaut: «Es ist hart. Die Kinder haben alles verloren.» Vieles, das nicht vom Feuer erfasst wurde, sei voller Russ oder vom Wasser zerstört worden. «Wenigstens konnten wir die Kuscheltiere retten, das war den Kindern wichtig», sagt Mächler, der während des Gesprächs immer wieder mit den Tränen kämpft. In Begleitung von TVO kehrt er zum ersten Mal zurück in das abgebrannte Haus: «Es kommen Emotionen aus der Horrornacht auf.»

Freiwillige Hilfe von Passanten

Für Gesprächsstoff sorgten auch die Videos von den Löscharbeiten am Samstagabend. Zum einen sind gewaltige Flammen zu sehen, zum anderen rennen viele Leute immer wieder ins Gebäude. «Dabei handelt es sich um freiwillige Hilfe von Passanten», sagt Heinrich Arnold, Feuerwehrkommandant von Eschenbach. Die Feuerwehr habe die Lage analysiert und festgestellt, dass das Feuer in diesen Teil des Hauses noch nicht vorgedrungen war. Deswegen habe man versucht, das Velogeschäft im Erdgeschoss weitestmöglich zu räumen. «Wir haben unsere Leute damit beauftragt, den Laden zu räumen und viele Leute haben ihre Hilfe angeboten», erklärt Arnold.

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Quelle: CH Media Video Unit

«Leute wie am Fasnachtsumzug»

Dass ein Grossaufgebot Schaulustige anziehe, sei zu erwarten gewesen. Die grosse Anzahl Helfender überraschte den Kommandanten aber: «Es waren etwa so viele Leute da wie beim Fasnachtsumzug.»

Unter normalen Umständen sollen sich Passanten aber nicht in laufende Einsätze einmischen: «Der Einsatz der Zuschauenden war klar unter der Leitung der Feuerwehr.»

Kontrollierte Einsatz der Feuerwehr

Zu keinem Zeitpunkt habe Gefahr für die Freiwilligen bestanden. Die Feuerwehr habe die Lage immer im Auge behalten und irgendwann auch entschieden, das ganze Haus zu evakuieren. «Wir wollten zuerst retten, was wir konnten, bevor wir einen Wasserschaden verursachten.» Im Nachhinein könne man sagen, dass sich das gelohnt habe.

(mau)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 10. Mai 2021 16:36
aktualisiert: 10. Mai 2021 17:38