St.Gallen

Alte Nägel, lockere Ziegel: Deshalb muss das Dach der St.Galler Kathedrale saniert werden

11. September 2022, 19:15 Uhr
Das Dach der St.Galler Kathedrale muss saniert werden. Dies, weil sich immer wieder Ziegel lösen. Ein Rundgang im Dachgeschoss des Kathedrale.

Der Dachstuhl der St.Galler Kathedrale ist 250 Jahre alt. Die Nägel, welche Latten und Balken zusammenhalten sind mittlerweile 100-jährig. Diese Nägel korrodieren und somit drohen Latten abzurutschen. Dies gefährdet die Stabilität der Ziegel auf dem Dach. Bisher haben sich erst einzelne Ziegel auf dem Dach gelöst. Solche Schäden werden laufend repariert, eine grosse Sanierung braucht das Dach des St.Galler Wahrzeichens trotzdem.

«Sicherheit ist gewährleistet»

Man müsse aber keine Angst haben, dass einem plötzlich ein Ziegel vor die Füsse falle, sagt Thomas Franck, Verwaltungsdirektor des Katholischen Konfessionsteils St.Gallen, gegenüber TVO: «Die Sicherheit ist absolut gewährleistet. Das Dach wird mehrmals im Jahr kontrolliert. Die jährlichen Unterhaltsreparaturen haben wir immer vorgenommen und da muss man absolut keine Angst haben.»

Trotz der vielen Kontrollen nagt der Zahn der Zeit am Dach. Die letzte Renovation der Konstruktion wurde wahrscheinlich in den 60er-Jahren durchgeführt. Nun ist es wieder soweit. Für die Planung budgetiert die katholische Kirche 400'000 Franken. Die Auffrischung soll schätzungsweise 4,5 Millionen Franken kosten. Die Kirche als Eigentümerin erwartet dafür aber auch Unterstützung vom Bund, der Stadt und vom Kanton.

Projekt auch ohne Drittfinanzierung stemmbar

«Das Kloster St.Gallen ist das Herzstück, aus dem der Kanton herausgewachsen ist. Die Kathedrale ist von nationaler Bedeutung und Teil des Unesco-Weltkulturerbes. Alle Gebäude von kantonaler oder nationaler Bedeutung erhalten bei Renovationen Beiträge der Denkmalpflege. Vermutlich wird es auch Beiträge vom Bundesamt für Kultur geben», sagt Moritz Flury, stellvertretender Leiter der St.Galler Denkmalpflege.

Das Projekt wäre aber auch ohne Drittfinanzierung stemmbar, sagt Thomas Franck: «Wir müssten dementsprechend die Prioritäten setzen und unsere Investitionen planen.» In zwei Jahren soll die Sanierung starten. Das Dach soll danach gleich aussehen wie vorher. Alle alten Ziegelsteine, die noch in Schuss sind, bleiben dem Weltkulturerbe erhalten.

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 11. September 2022 19:15
aktualisiert: 11. September 2022 19:15
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