Besuchsverbot

Altersheime sehen Lockerungen bei Besuchen skeptisch

9. Mai 2020, 19:00 Uhr
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Quelle: TVO

Am Montag dürfen nicht nur Geschäfte und Restaurants wieder öffnen, auch Altersheime dürfen wieder Besuch empfangen. Doch Heimleiter und -bewohner sind skeptisch. Kam dieser Schritt zu schnell?

Am Montag können Bewohner in Heimen wieder besucht werden. Das St.Galler Alters- und Pflegeheim Notkerianum ist vorbereitet. In separaten Räumen dürfen sich die Bewohner mit ihren Angehörigen treffen. Zum Schutz stehen Plexiglasscheiben auf dem Tisch, die Zeit und Anzahl Besucher sind limitiert. «Ich bin sehr froh und glücklich über diese Lockerung», so eine Bewohnerin zu TVO.

Auch Heimleiter Matthias Luterbacher weiss, was der Schritt für die Bewohner bedeutet: «Die Leute leiden sehr darunter, dass sie die Angehörigen nicht mehr sehen können, von denen sie jeweils täglich besucht wurden.» Es sei höchste Zeit, dass diese wieder Besuch bekommen könnten.

Neben Vorfreude herrscht aber auch Skepsis. So etwa im Alters- und Pflegeheim Risi in Wattwil, wo es schon seit Wochen eine Besuchsbox gibt. Viele Bewohner finden die Lockerung von kommendem Montag jedoch gefährlich. «Eigentlich bin ich gar nicht dafür, man sollte noch ein paar Wochen warten», so eine Frau. Das sieht auch Heimleiter Georg Raguth so: «Man ist zu früh und zu schnell mit dem Öffnen. Wenn wir im Heim ein oder zwei Fälle haben, dann breitet sich das schnell aus.» 

Auch beim Notkerianum sieht man mit Vorsicht in die Zukunft: «Wir haben die Hoffnung, dass die Fallzahlen nicht mehr steigen und noch vor dem 30. Juni noch mehr Besuch zulassen dürfen», so Matthias Luterbacher.

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 9. Mai 2020 19:00
aktualisiert: 9. Mai 2020 19:00