St.Gallen

Angst um Tochter: Frau übergibt Fake-Polizisten 45'000 Franken

18. Dezember 2019, 12:32 Uhr
Ein falscher Polizist ergaunerte in St.Gallen 45'000 Franken. (Symbolbild)
© Keystone
Die Tochter habe einen Porsche geschrottet: Mit diesem erfundenen Unfall ergaunerte ein falscher Polizist in der Stadt St.Gallen 45'000 Franken von einer 66-jährigen Frau – mit Erfolg.

Gefühlt jede Woche warnen Ostschweizer Polizeien vor dem Trick: Falsche Polizisten erfinden eine Geschichte und «kluppen» älteren Menschen so tausende Franken ab. Diese Warnungen nützen offenbar nur bedingt etwas.

Tochter vor Gefängnis bewahren

Nachdem die Kantonspolizei St.Gallen diese Woche bereits vor falschen Polizisten gewarnt hatte – in St.Gallen wurden mehrere Personen erfolglos von den Betrügern kontaktiert – ist den Gaunern nun eine 66-jährige Frau ins Netz gegangen. Der St.Gallerin wurde am Dienstag am Telefon erklärt, dass ihre Tochter einen Unfall verursacht habe und dabei ein Porsche total beschädigt worden sei. «Der Täter sagte der Frau, sie müsse für den Schaden aufkommen, um ihre Tochter vor dem Gefängnis zu bewahren», schildert Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, die Situation. 

Die Frau ging daraufhin zur Bank und hob dort 45'000 Franken ab. Das Geld übergab sie dem Täter an einem ausgemachten Treffpunkt. «Weil sie ein schlechtes Gefühl bekam, meldete sie sich im Anschluss bei der Polizei», sagt Schneider. 

Es sei schwierig, den in diesem Fall männlichen Täter zu schnappen. «Wir tun natürlich alles Mögliche, um das Geld zurückzukriegen und den Täter zu finden. Allerdings sind falsche Polizisten oftmals im Ausland aktiv, was die Strafverfolgung schwierig macht.»

«Täter spielen mit Angst der Leute»

Dass trotz Warnungen immer wieder Leute von falschen Polizisten hintergangen werden, erklärt sich Schneider mit dem Trickreichtum der Betrüger. «Sie gehen relativ geschickt vor und spielen mit der Angst der Leute.»

Die Polizei könne nicht viel anderes tun, als auf Prävention zu setzen und mit den Banken zusammenzuarbeiten. «Wir weisen sie an, genau hinzuschauen, wenn eine ältere Person plötzlich so viel Geld abheben will.» Zudem sollen junge Leute ihre Eltern und Grosseltern auf das Problem aufmerksam machen. «Im Zweifelsfall immer 117 rufen», rät Schneider. 

(lag)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 18. Dezember 2019 10:30
aktualisiert: 18. Dezember 2019 12:32