Kanton St.Gallen

Anstieg Corona-Fälle: Zusätzliche Tracer ab Freitag im Einsatz

Stefanie Rohner, 14. Oktober 2020, 11:45 Uhr
Der Kanton St.Gallen meldete am Mittwoch 179 Ansteckungen innert einem Tag.
© KEYSTONE/GAETAN BALLY
Rekordanstieg der Corona-Ansteckungen im Kanton St.Gallen: Innert eines Tages wurden 179 laborbestätigte Fälle gemeldet. Dies zwingt nun den Kanton nun sofort zu handeln

«Wieso genau die Zahlen so stark ansteigen, können wir derzeit noch nicht beurteilen, wir sehen aber, dass sich viele bei Freunden und in der Familie anstecken», sagt Thomas Zuberbühler, Leiter Kommunikation Kanton St.Gallen.

Von 96 Fällen am vergangenen Freitag stieg die Zahl am Mittwoch mit 179 bestätigten Fällen stark an, weswegen das Gesundheitsdepartement als erste Sofortmassnahme beschlossen hat, mehr Contact-Tracer zu rekrutieren.

«Es ist wichtig, dass wir das Tracing aufrechterhalten können und innert 24 Stunden die von einem positiven Test betroffenen Leute kontaktieren können», sagt Zuberbühler. Ab Freitag werden die neuen Contact-Tracer einsatzbereit sein. Derzeit sind 40 Contact-Tracer im Einsatz.

Der Kanton St.Gallen zeigt im Lagebulletin wöchentlich auf, wie sich die Lage verändert. «Schon am vergangenen Freitag zeigte sich, dass die Situation derzeit kippt und wir müssen davon ausgehen, dass sich noch mehr Leute anstecken werden», sagt Zuberbühler.

Die St.Galler Regierung wird weitere Massnahmen beschliessen, diese werden am Dienstag kommuniziert – es sei denn, die Hospitalisierungen im Kanton würden bis Freitag auf 50 Patientinnen und Patienten pro Tag ansteigen.

«Am Mittwoch lag die Zahl der hospitalisierten Personen wegen Covid-19 bei 24, das waren vier mehr als am Tag zuvor», sagt Zuberbühler. Er sagt, diese Zahl sei wichtig, denn jene, die Pflege brauchen, sollen auch gut betreut werden können.

Massnahmen im privaten Bereich

Welche Massnahmen ab Dienstag oder schon früher in Kraft treten werden ist noch unklar, aber sie werden dort greifen, wo es aktuell Probleme gibt. «Das ist das private Umfeld und der Besuch von Bars und Clubs. Wir haben genau geprüft, wo etwas gemacht werden muss, um tiefere Fallzahlen zu erreichen», sagt Zuberbühler.

Die aktuell höchste Anzahl laborbestätigter Coronafälle zeige, dass sich die Leute nicht mehr gewohnt sind, sich häufig die Hände zu waschen und den Abstand zu anderen einzuhalten. Zuberbühler betont, das müsse wieder konsequenter gemacht werden. «Wir müssten uns so verhalten wie im März und April.»

«Es gibt vermehrt wieder Händeschütteln»

Eine Massnahme könne aber nur nützen, wenn die Bevölkerung mitmache. «Im Alltag sind wir alle nicht mehr so konsequent, wie zu Beginn der Pandemie – so küssen wir uns zur begrüssung wieder vermehrt und schütteln uns die Hände», sagt der Leiter Kommunikation.

Wenn die Bevölkerung wieder an den Punkt komme, wie sie sich im Frühling verhalten habe, würden die Zahlen nicht so schnell steigen, ist sich Zuberbühler sicher. Die Regierung ist der Meinung, es brauche beides: Strengere Massnahmen und dass die Bevölkerung mitmacht. «Sonst bringen wir die Zahlen nicht runter», so Zuberbühler.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 14. Oktober 2020 11:34
aktualisiert: 14. Oktober 2020 11:45