Anwohner leben in Angst

· Online seit 24.08.2018, 05:48 Uhr
Eine einzelne Einsprache blockiert das geplante Hochwasserschutzprojekt Mülibach in Schwendi bei Mels. Die direkt Betroffenen leben in Angst. Die Gemeinde hofft nun auf eine rasche Behandlung durch den Kanton.
Angela Mueller
Anzeige

Innerhalb von zwölf Monaten ist der Mülibach gleich zwei Mal über die Ufer getreten und hat im Juli 2015 und August 2016 erheblichen Schaden angerichtet. Der Schreck sitzt den betroffenen Anwohnern von Schwendi noch immer in den Knochen, wie der «Sarganserländer» schreibt.

Beide Male hatte der Wildbach eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, immerhin wurden keine Personen verletzt.

Mülibach mit Schutzprojekt bändigen

Der Gemeinderat Mels schnürte schnell ein Massnahmenpaket und genehmigte einen Kredit von 4,75 Millionen Franken bei einem Gemeindeanteil von 1,82 Millionen Franken für das Hochwasserschutzprojekt Mülibach. «Die Massnahmen sind bereit. Der Kredit ist genehmigt und die Gemeinde könnte umsetzten», sagte Gemeinderat Armin Bärtsch, Ressortleiter Bau und Verkehr, zum Gemeindeblatt.

Doch das geht nicht, weil ein Anstösser Einsprache eingereicht hatte. Diese wurde vom Gemeinderat abgelehnt, doch der Einsprecher legte Rekurs ein. Nun liegt der Ball beim entsprechenden kantonalen Amt.

Dringliches Projekt für Mels

«Wir wären froh, wenn dieser Rekurs möglicht schnell behandelt wird», sagt Gemeindepräsident Guido Fischer auf Anfrage. «Für Mels ist das Projekt wirklich sehr vordringlich.» Nicht zuletzt, weil die Anstösser des Wildbachs besorgt sind.

Beim Kanton will man nichts zum laufenden Verfahren sagen, doch zur Situation im Weisstannental: «Wir schätzen sie als gefährlich ein», sagt Heinz Meier, Leiter Wasserschutz des Kantons St.Gallen.

«Bei jedem Gewitter taucht die Angst vor einem neuen Ereignis auf», sagt Paul Pfiffner, dessen Haus von beiden Unwettern stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, zum «Sarganserländer». Die Gefahr für die Anwohner bleibe zweifelsohne bestehen und diese Angst sei auch der Grund, warum die Wettervorhersage intensiver angeschaut werde als früher, sagt Paul Pfiffner.

Schlechte Stimmung in Schwendi

«Ich finde es sehr schade, dass das Projekt nicht wie geplant umgesetzt werden kann, obwohl sehr viele Personen und Objekte betroffen sind», sagt Pius Pfiffner, ein weiterer Bewohner von Schwendi.

Bis anhin war die Stimmung im kleinen Weiler Schwendi gut. Doch die Einsprache des Anstössers hat dies geändert. Dieser schweigt sich gegenüber den Medien über die Gründe aus und nimmt keine Stellung.

«Anwohner in Gefahr»

«Für mich ist diese Einsprache völlig unverständlich, sagt Paul Pfiffner. Er ist sich nicht sicher, ob sich der Einsprecher seiner Verantwortung bewusst ist. «Er nimmt es in Kauf, dass wir übrigen Anwohner nicht nur weiterhin in Gefahr sind, sondern auch in Angst und Bange leben müssen»

Auch Meinrad und Esther Gmür geht es so. Sie betreiben in Schwendi eine Forrellenzucht und finden seit den Hochwasservorfällen kaum mehr einen ruhigen Schlaf. Wie es ihnen ergeht, berichtete TVO kürzlich:

veröffentlicht: 24. August 2018 05:48
aktualisiert: 24. August 2018 05:48
Quelle: agm

Anzeige
Anzeige