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Impfkampagne

Apotheker lernen impfen: «Ein paar Kurven bis zur Zielgeraden»

26. Januar 2021, 14:08 Uhr
Um ein ganzes Volk zu impfen, braucht es viel geschultes Personal. Und dieses bereitet sich derzeit auf die grösste Impfaktion der Geschichte vor. Momentan fehlt es noch an Impfstoff – beim Personal wird dies aber nicht der Fall sein.
Ein grosser Teil der Impfungen wird in Apotheken verabreicht werden.
© keystone

Rund 200'000 Spritzen mit Impfstoff wurden in der Schweiz bereits gesetzt. Die gestochenen: Vor allem Risikogruppen und medizinisches Personal. Die 200'000 Impfungen sind insgesamt jedoch nur ein Bruchteil der Impfkampagne – denn natürlich müssen sich für eine Herdenimmunität möglichst viele Personen impfen lassen.

Und die Vorbereitungen auf die grosse Impfwelle laufen auf Hochtouren. Dies bestätigt Claudia Meier-Uffer, Präsidentin des Apothekerverbands St.Gallen-Appenzell: «Momentan wird das Personal entsprechend ausgebildet.»

Personal kein limitierender Faktor

Die Ausbildung des Apothekenpersonals ist Teil der landesweiten Impfstrategie. «Mittlerweile gehört das Impfen zur Grundausbildung im Studium. Das war früher noch nicht so – die etwas älteren Angestellten besuchen darum einen Kurs», sagt Meier-Uffer.

Das Personal wird jedoch keinen limitierenden Faktor darstellen, sagt sie weiter: «Es geht nur um den Impfstoff. Wenn genügend Impfstoff für die breite Bevölkerung vorhanden ist, werden wir bereit sein.»

Apotheken sind heute Zwischenlager für Impfstoffe

Die Apotheken spielen momentan erst die Nebenrolle bei der Impfstrategie im Kanton St.Gallen. Sie kümmern sich um die Aufbereitung für die Hausärzte. «Ausgewählte Apotheken nehmen die Impfstoffe in Empfang und packen diese so um, dass die Hausärzte ihre zugeteilten Mengen bekommen», sagt Meier-Uffer.

Aufgrund der beschränkten Menge an verfügbaren Stoffen erhält jede Arztpraxis nur wenige Dutzend Dosen. Geliefert wird aber in grösseren Mengen, weshalb die Apotheken diese aufbereiten, bevor die Hausärzte diese abholen. Dies ist immer der Moderna-Impfstoff.

Bei jenem von Pfizer-Biontech sind die Lageranforderungen zu hoch, dieser wird in (zukünftigen) Impfzentren eingesetzt.

Zielgerade?

Die Massenproduktion von Impfstoffen verschiedener Hersteller läuft, das Personal wird für die Verabreichung an die Bevölkerung vorbereitet, viele kennen schon die eine oder andere geimpfte Person.

Es ist aber noch zu früh, sich in Sicherheit zu wiegen, sagt Meier-Uffer: «Bis zur Zielgeraden sind es noch einige Kurven. Aber es gibt den Silberstreif am Horizont.»

(thc)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 27. Januar 2021 09:26
aktualisiert: 26. Januar 2021 14:08