Coronavirus

Ausserrhoder Intensivbetten sind voll – St.Gallen hat noch Kapazitäten

13. November 2020, 17:35 Uhr
In Ostschweizer Intensivstationen herrscht derzeit Hochbetrieb. (Symbolbild)
© Keystone
Während sich die Anzahl positiver Fälle langsam auf hohem Niveau stabilisiert, steigen die Hospitalisierungen nach wie vor an. Doch nicht nur Corona-Patienten benötigen Intensivpflegeplätze. Bei Überlastungen sind die Kantone auf einen Austausch angewiesen.

Die Fläche des Kantons St.Gallen wird auf der Landkarte dunkelrot angezeigt. Die Grafik auf icumonitoring.ch – eine Seite der ETH Zürich – soll aufzeigen, wie es um die Belegung der Intensivstationen in der Schweiz steht. Am 11. November wurde diese gemäss dem Portal in St.Gallen überschritten.

Am 11. November wird einzig St.Gallen dunkelrot angezeigt.

© icumonitoring.ch

Kapazitätsgrenze in St.Gallen noch nicht erreicht

Philipp Lutz, Mediensprecher des Kantonsspitals St.Gallen, kann dies auf Anfrage nicht bestätigen. «Stand heute gibt es im Kantonsspital St.Gallen 50 Intensivpflegebetten, momentan sind 38 belegt, davon sind 24 Personen Covid-Patienten.» Zusätzlich gebe es in der Privatklinik Stephanshorn sechs Betten und in Grabs zehn.

Wie es zu der Messung des Portals icumonitoring.ch gekommen ist, kann sich Lutz nicht erklären. Gemäss der Seite, welche von einem Team der ETH Zürich geführt wird, stammen die Daten zur Bettenbelegung aus dem IES-System (Informations- und Einsatzsystem) und werden von der Schweizer Armee zur Verfügung gestellt. Am 13. November wurden die Daten auf der Seite aktualisiert und entsprechen nun Philipp Lutz' Aussagen.

Alle sechs Intensivplätze in Ausserrhoden belegt

Am Freitag zeigt das Portal auch für Appenzell Ausserrhoden eine volle Auslastung der Intensivbetten an. Sechs von sechs Plätzen seien belegt. Das stimmt, wie Georg Amstutz, Leiter des Kommunikationsdienstes des Kantons Appenzell Ausserrhoden, gegenüber FM1Today sagt. «In zwei der sechs Intensivbetten liegen Corona-Patienten, diese müssen aber nicht beatmet werden.» Die Lage könne sich aber von Stunde zu Stunde verändern – in die eine oder andere Richtung.

Sollte die Maximalkapazität der Intensivbetten überschritten werden, müssten die Patientinnen und Patienten in andere Kantone verlegt werden. Dies haben der Koordinierte Sanitätsdienst und weitere Akteure des Gesundheitswesens im Konzept zur nationalen Koordination der Intensivstationen festgelegt.

«Massnahmen reichen aktuell aus»

Auch wenn im Kantonsspital St.Gallen die Obergrenze noch nicht erreicht ist, die Belastung sei schon jetzt gross, sagt Philipp Lutz: «Dies hängt nicht nur mit der Zahl der Patienten, sondern auch mit dem hohen Krankheitsschweregrad, der langen Verweildauer der Covid-Patienten auf den Intensivstationen, dem grösseren Pflegeaufwand und der emotionalen Belastung zusammen.»

Das Kantonsspital St.Gallen will auf steigende Fallzahlen schrittweise mit der Bereitstellung von entsprechenden Kapazitäten reagieren, so Lutz. «Damit wir Kapazitäten erhöhen können, sind Betriebsreduktionen nötig. Die bisherigen KSSG-Massnahmen, also der Verzicht auf elektive Eingriffe, die einen IPS-Platz benötigen, trugen dazu bei, dass die IPS-Kapazitäten bereits erhöht werden konnten und aktuell ausreichen. Das ist aber nur eine Momentaufnahme. Welche weitere Reduktionen bei den Wahleingriffen und ob auch Einschnitte beim ambulanten Angebot nötig sind, wird sich zeigen.»

Ziel des KSSG sei es, dass alle Patienten, welche eine intensivmedizinische Behandlung bräuchten, dieser zugeführt werden können. «Covid-19-Patienten haben gegenüber ‹gewöhnlichen Patienten› mit dringendem IPS-Behandlungsbedarf keinen Vortritt», betont Lutz.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 13. November 2020 17:06
aktualisiert: 13. November 2020 17:35