St.Gallen

Barrierefreiheit: Kybunpark auf Herz und Nieren getestet

7. Juni 2022, 20:17 Uhr
In Kürze werden sich 1400 Athletinnen und Athleten mit Beeinträchtigungen in unterschiedlichen Disziplinen an den National Summer Games messen. Die Eröffnungsfeier findet im St.Galler Kybunpark statt. Dieser wurde nun auf seine Barrierefreiheit getestet.
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Quelle: tvo

Am 16. Juni findet im St.Galler Kybunpark die Eröffnungsfeier der National Summer Games statt. An diesem Event messen sich Athletinnen und Athleten mit Beeinträchtigungen. Damit sie und auch die Zuschauer sich ohne Probleme im Stadion bewegen können, wurde am Dienstag nun die Barrierefreiheit der Sportstätte unter die Lupe genommen. Kontrolliert wurden unter anderem, wie gut die Zugänge zu den WCs und den Liften sind.

Doch was wird genau überprüft? Als Beispiel nennt Roland Dürr, Geschäftsleiter von Pro Infirmis St.Gallen, gegenüber TVO die Rampen im Stadion. Davon gebe es mehrere. Einige könnten für Rollstuhlfahrer zu steil sein. Auch Absätze könnten zum Hindernis werden. Durch die Überprüfung können dann Wege gekennzeichnet werden, die für alle zu bewältigen sind. Dies ist im Stadion mit kleinen Anpassungen möglich.

Kybunpark nur kleiner Teil

Doch die Arbeit hört nicht im Kybunpark auf. Alle Wettkampfstätten müssen barrierefrei sein. Dafür verantwortlich zeigt sich die Organisation Valida. Die Überprüfung sei wichtig, betont Valida-Direktor Beda Meier: «So können wir gewährleisten, dass alle, die am Wetkkampf teilnehmen wollen – sei es als Zuschauer oder Sportler – auch teilnehmen können.»

Generell werden in der Stadt St.Gallen 1000 Standorte und Plätze auf ihre Zugänglichkeit überprüft. Dafür verantwortlich ist Pro Infirmis. Da die Organisation aber nur wenige Angestellte mit Beeinträchtigung hat, übernimmt diese Aufgabe die Valida. Ihre Expertinnen und Experten sind selbst Betroffene. Valida-Expertin Carmen Renner erklärt gegenüber TVO, dass es auch für sie nicht immer einfach sei, die Barrieren zu erkennen: «Manchmal sehe ich Dinge, von denen ich gar nicht gewusst habe, dass das Barrieren sein können – und ich sitze seit meiner Geburt im Rollstuhl.»

Zwei Teams mit je drei Experten kontrollieren in zweieinhalb Jahren die Zugänglichkeit von interessanten Orten in der Stadt St.Gallen. So könne dazu beigetragen werden, dass sich Personen mit Beeinträchtigung auch Teil der Gesellschaft sein können und nicht ausgeschlossen werden. Denn gemäss Roland Dürr sind es die kleinen Dinge. So helfe ein Lift einem Rollstuhlfahrer. Wenn der Lift aber das Stockwerk nicht ansage, bringe dies beispielsweise einem Blinden gar nichts.

Zugänglichkeit einsehbar

Die Informationen zu der Barrierefreiheit sind auf einer Karte festgehalten. Diese findet man bei Pro Infirmis, auf der Tourismusseite der Stadt sowie auf den Websites der beurteilten Sehenswürdigkeiten.

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 7. Juni 2022 20:17
aktualisiert: 7. Juni 2022 20:17
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