Toggenburg

«Böswilliger Angriff» – Vandalen zerstören mehrere Alphütten

13. Februar 2020, 18:25 Uhr
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Quelle: TVO

Unbekannte haben auf Toggenburger Alpen mindestens sieben Alphütten verwüstet. Die Betroffenen können es kaum fassen – sie gehen von einer gezielten Attacke gegen Bauern aus.

«Wir können uns kaum vorstellen, wie man jemandem sowas antun kann», sagt Thomas Bohl aus Stein. Der Präsident des Alpwirtschaftlichen Vereins Toggenburg weiss von sieben Alphütten, die in diesem Winter von Vandalen heimgesucht wurden. «Es kann gut sein, dass manche Fälle noch gar nicht bekannt sind.»

«Solche Zerstörungswut noch nie erlebt»

Unter anderem bei Jörg Scherrer und bei Hermann Bohl – beide besitzen Alphütten auf der Säntisalp – haben die unbekannten Täter ihr Unwesen getrieben. In beiden Häusern richteten sie einen Schaden von rund zehntausend Franken an. «Eine solche Zerstörungswut habe ich noch nie erlebt», sagt Scherrer, dessen Hütte schon zum zweiten Mal verwüstet wurde, gegenüber TVO. Bei ihm sind unter anderem eine Motorsäge, Benzin und Werkzeug weggekommen. «Die Täter haben es scheinbar auf neuere Alphütten abgesehen, die schön eingerichtet sind.»

Beide Landwirte können nur darüber mutmassen, was die Gründe für die Vandalen-Angriffe waren. «Wir tappen völlig im Dunkeln», sagt Hermann Bohl. «Es kann sein, dass die Täter neidisch sind. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es Junge im Suff waren.»

Keine zufälligen Angriffe

Der Präsident des Alpwirtschaftlichen Vereins ist überzeugt, dass die Attacken nicht zufällig waren. Die Täter hätten gewusst, wo sie hinwollen, an den Alphütten komme niemand «einfach mal so» vorbei. «Es ist ein böswilliger Angriff gegen Bauern», sagt Thomas Bohl. «Manche hegen einen gewissen Hass gegenüber Bauern und deklarieren sie als Umweltverschmutzer.»

Auch die Kantonspolizei St.Gallen verurteilt die Taten aufs Schärfste. «Sie sind völlig sinnlos», sagt Mediensprecher Hanspeter Krüsi. Es sei den Tätern nur darum gegangen, Dinge zu zerstören, es stecke wohl kaum kriminelle Energie dahinter. «Das sind keine Lausbubenstreiche mehr», findet Krüsi.

Die Häufung der Fälle zerstörter Alphütten im Kanton St.Gallen ist laut dem Polizeisprecher «schon ein wenig auffällig». Es sei schwierig, die Täter zu fassen – gewisse Vandalen-Akte lägen schon eine Weile zurück. «Ich habe absolut kein Verständnis für ein solches Verhalten. Man soll doch den Alpfrieden nicht stören.»

(lag)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 13. Februar 2020 18:25
aktualisiert: 13. Februar 2020 18:25