«Nicht umsetzbar»

Bund und SBB lassen St.Galler auf bessere Verbindungen nach Zürich warten

21. Januar 2022, 14:49 Uhr
Der Bund will den ÖV zwischen Zürich und St.Gallen bis 2035 ausbauen. Der Kanton St.Gallen forderte, dass es bereits in der Übergangsphase Verbesserungen auf der Strecke gibt. Bund und SBB erklären nun, dass das nicht möglich ist: Das Schienennetz ist während der Bauphase zu stark ausgelastet.
Vermutlich werden die Zugverbindungen zwischen St.Gallen und Zürich erst ab 2035 stark verbessert.
© Keystone/CHRISTIAN BEUTLER

Mit dem 2019 vom Bund beschlossenen Bahnausbau sollen die Verbindungen zwischen Zürich, Wil und St.Gallen verbessert werden. Mehr Verbindungen und besser funktionierende Verkehrsknotenpunkte sollen die Reisezeiten reduzieren und das ÖV-Netz in der Ostschweiz damit attraktiver gestalten. Ab 2035 soll die Infrastruktur dafür bereit sein. Der Ausbau bedarf einiger Grossprojekte, beispielsweise den Bau des Brüttener Tunnels zwischen Winterthur und Zürich.

Kanton wollte schnellere Verbesserungen

Der Kanton St.Gallen wollte Verbesserungen aber bereits in dieser Übergangsphase realisieren. «Wir wollen nicht 15 Jahre auf der Wartebank sitzen», sagte Patrick Ruggli, Leiter Amt für öffentlichen Verkehr beim Kanton St.Gallen, vergangenes Jahr gegenüber dem St.Galler Tagblatt. Es müsse schneller gehen. Deshalb hat der Kanton beim Bundesamt für Verkehr ein Konzept eingereicht, um einige Verbesserungen bereits in der Übergangsphase bis 2035 zu implementieren. Dieses beinhaltete beispielsweise die Idee, Verbindungen von St.Gallen nach Zürich zwar in Wil zwischenhalten zu lassen, jedoch nicht mehr am Flughafen – Ruggli räumte bereits bei der Einreichung ein, dass es sich um gewagte Vorschläge handelt.

«Nicht realisierbar»: Bund und SBB schmettern St.Galler Anliegen ab

Nun liegen die Einschätzungen zum St.Galler Konzept vor: Bund und SBB kommen nach der Prüfung zum Schluss, dass die St.Galler Vorschläge nicht realisierbar sind. Weil insbesondere die Erstellung des Brüttener Tunnels intensive Bauarbeiten bedeutet und deswegen immer wieder Gleise gesperrt werden müssen, ist die Kapazität des Schienennetzes eingeschränkt. Da dieses ohnehin stark ausgelastet ist, könnten die im Konzept angedachten zusätzlichen Verbindungen nicht gefahren werden, heisst es in einer Medienmitteilung des Kantons.

Fahrpläne werden eventuell angepasst

Ob es doch noch zu frühzeitigen Verbesserungen der St.Galler Verbindungen nach Zürich kommt, ist damit fraglich. Immerhin haben der Bund, die betroffenen Kantone und die beteiligten Transportunternehmen wie die SBB vereinbart, dass Fahrpläne während der 2022 beginnenden Bauphase gemeinsam festgelegt und die Interessen der Pendlerinnen und Pendler bestmöglich berücksichtigt werden. Ob und wie die Fahrpläne zwischen Zürich, Wil und St.Gallen tatsächlich angepasst werden, sei aber noch offen.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 21. Januar 2022 14:58
aktualisiert: 21. Januar 2022 14:58
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