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Burtscher zieht sich nach Wahlschlappe aus Politik zurück

Fertig «flawilisiert»

Burtscher zieht sich nach Wahlschlappe aus Politik zurück

· Online seit 23.10.2023, 21:24 Uhr
Der Flawiler Patric Burtscher streitet sich schon seit Jahren mit den lokalen Behörden. Um seinen Konflikt aus der Welt zu schaffen, liess er sich kurzerhand als Kandidat fürs Gemeindepräsidium aufstellen. Den ersten Wahlgang konnte er überraschend für sich entscheiden. Beim Zweiten zog er aber den Kürzeren.

Quelle: TVO

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Der Frust bei Patric Burtscher sitzt am Montag nach den Wahlen tief. Vor vier Monaten holte er bei den Wahlen für das Gemeindepräsidium am meisten Stimmen – und steht nun nach dem zweiten Wahlgang trotzdem mit leeren Händen da. Der Parteilose unterliegt dem SP-Mann Rolf Claude deutlich. «Die Enttäuschung ist riesig. Ich denke, es ist eine verpasste Chance für Flawil, endlich aufzuräumen», sagt Burtscher gegenüber TVO.

Berichterstattung als Hindernis

Patric Burtscher ist unter anderem wegen seinem mehrjährigen Baustreit mit der Gemeinde bekannt. Dabei ging es um angebliches Bauen ohne Baugenehmigung. Der Flawiler wollte eine politische Bewegung auf die Beine stellen. Nun könnte die Berichterstattung über seine Person bei seiner Wahl in die Quere gekommen sein. «Schlussendlich kann man sagen, dass man es nicht geschafft hat, die Baugeschichte vom Politischen zu trennen», analysiert der enttäuschte Wahlverlierer. Das habe die Flawiler verängstigt.

Die Medien sollen also eine Mitschuld tragen. Das sieht der Wahlsieger anders. Rolf Claude ist überzeugt, das der Wahlkampf fair ablief. «Ich denke, ich bin einen Wahlkampf gefahren, der die Themen gebracht hat, die aus meiner Sicht wichtig sind für Flawil», sagt der SP-Mann. Es sei ein eigenständiger Wahlkampf gewesen. Die Berichterstattung sei aus seiner Sicht auch gegen seine Person kritisch geführt worden.

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Rückzug aus der Politik

Für Claude fängt nun die grosse politische Arbeit erst an, für Burtscher endet sie bereits wieder. Burtscher will sich aus der Lokalpolitik zurückziehen. «Ich glaube, es ist besser, dass ich mich an anderen Orten engagiere», sagt Burtscher. Er habe festgestellt, dass diese Ortsparteipolitik genauso «ein Kindergarten ist wie auf dem Bauamt». Er sei enttäuscht und habe das Gefühl, dass dies ein Irrweg sei, der gerade beschritten wird: «Unser System hat ein Burnout, denn ich habe das Gefühl, dass nichts mehr richtig funktioniert.»

Obwohl er seine politische Karriere an den Nagel hängt, wird die Gemeinde Flawil noch einiges mit ihm zu tun haben. Burtscher will sich nun wieder vermehrt auf den Bauknatsch mit den Behörden konzentrieren.

(red.)

veröffentlicht: 23. Oktober 2023 21:24
aktualisiert: 23. Oktober 2023 21:24
Quelle: TVO

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