St.Gallen

Co-Working: Ehemalige «Schmatzinsel» wird wieder belebt

Stefanie Rohner, 28. September 2022, 17:47 Uhr
Das Eckhaus am Marktplatz 22, früher vielen als «Schmatzinsel» bekannt und später wegen des City-Kebabs und der Time-out-Bar, steht schon lange leer. Das soll sich ändern, die Collektiv AG hat mit dem Gebäude einiges vor.

Quelle: FM1Today/Stefanie Rohner/Dario Brazerol

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Seit fast fünf Jahren steht das Gebäude grösstenteils leer, Gastronomiebetriebe und die Wohnungen sind längst verlassen. Der neue Besitzer Arben «Beni» Tairi aber hüllte sich nach dem Kauf in Schweigen, was die Pläne anging. «Ein Jahr lang haben wir dicht gehalten, jetzt dürfen wir endlich darüber reden», sagt Majid Parente, Geschäftsführer der Collektiv AG. Nun ist klar: Es wird ein Co-Working, Co-Living-Ort und ein Café mitten in der Stadt. Die Eröffnung soll im Herbst 2023 stattfinden.

Ein Café soll die St.Gallerinnen und St.Galler unten in Empfang nehmen. «Dort und im Raum daneben kann gearbeitet werden. Natürlich aber kann auch einfach Kaffee getrunken oder etwas gegessen werden», sagt Parente. Der Standort gleich zu Beginn der Engelgasse sei ideal: zentral und zudem verbunden mit der Gastro- und Ausgangsmeile. Im Raum neben dem Café sind kleinere Konzerte, Talks und sonstige Veranstaltungen geplant.

Gesellschaftlichem Wandel Rechnung tragen

Wer es ruhiger haben möchte, kann die oberen Stockwerke nutzen: Dort entstehen die Co-Working und Co-Living-Räume. «Das Gebäude wird kernsaniert. Die Baubewilligung ist eingegeben, wir hoffen, dass wir bald loslegen können», sagt Parente. Die Collektiv AG will mit dem Konzept der neuen Arbeits- und Lebenswelt Raum geben und dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung tragen.

Die Arbeitswelt binde sich nicht mehr nur an einen Ort. «Wir sprechen mit dem Co-Working-Space Menschen an, die hybrid arbeiten können, sei es im Büro, im Homeoffice oder bei uns», sagt Parente. Es wird Open-Spaces geben, schalldichte Räume und flexible Büros. Die Büros können für kurze oder auch längere Zeit gemietet werden. «Auch war uns wichtig, dass die Büroplätze bezahlbar sein werden», sagt Parente.

Flexibel bleiben im Co-Living

Die Zimmer im Co-Living werden ab einer Dauer von einem Jahr vermietet, die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. «Sonst kann keine Gemeinschaft entstehen und das ist das Ziel», sagt Parente. Es wird 21 Zimmer geben, zu denen ein grosser gemeinsamer Ess- und Wohnbereich gehört. «Auch die Terrasse wird gemeinschaftlich genutzt, dort entsteht ein Barbecue-Raum für gemeinsame Aktivitäten», sagt Parente.

Das Co-Living eignet sich für jene, die gerne flexibel bleiben und doch komfortabel wohnen möchten. «Teilen liegt im Trend und spiegelt das Lebensgefühl der Generation Z wider. Der Wert der Erfahrung steht über materiellem Besitz», ist sich die Collektiv AG sicher. So würden sich im Haus jene treffen, die dieselben Werte und Lebenseinstellungen vertreten.

Menschen zusammenbringen

Die Collektiv AG ist eine «Leerstandsagentur», welche Leerstände minimiert oder vermeidet. «Wir möchten die Stadtentwicklung fördern und Leute zusammenbringen, die etwas auf die Beine stellen wollen», sagt Parente.

Die Kosten für den Umbau liegen bei der Immoplus, also der Eigentümerschaft. «Arben ‹Beni›Tairi hatte schon immer den Traum, die Liegenschaft zu erwerben und als er das tat, kam er auf mich zu und meinte, wir sollten ein Konzept erarbeiten, dass Menschen in ihrem Tun zusammenbringen kann», sagt Parente.

«Wir sind sehr gespannt»

So entstand dieses Konzept, welches der neuen Arbeits- und Lebensweise gerecht werden soll. «Es ist wichtig, dass es mehr solche Räume gibt – man soll die Möglichkeit haben, dort zu arbeiten und zu leben, wo man möchte, egal wo die Firma ihren Sitz hat», sagt Parente.

Es habe bereits erste Anfragen gegeben, ab wann die Räume gemietet werden können und wie viel sie kosten werden. Da der Umbau noch nicht gestartet ist, können sich Interessierte einfach via Homepage per Mail anmelden und weiter informieren lassen.

«Ich freue mich darauf, die Leute im kommenden Herbst willkommen zu heissen und auf Menschen, die Freude an dem haben, was sie tun. Wir sind sehr gespannt», sagt Parente.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 28. September 2022 18:23
aktualisiert: 28. September 2022 18:23