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Schule Abtwil

Coronafälle an St.Galler Schulen nehmen rasant zu

15. November 2021, 18:07 Uhr
An der Primarschule Grund in Abtwil sind derzeit nur rund 50 der 123 Schülerinnen und Schüler im Schulhaus – der Rest wurde positiv auf das Coronavirus getestet und befindet sich in Quarantäne. Allgemein haben sich die Coronafälle an St.Galler Schulen in den vergangenen Wochen verdoppelt.
Aufgrund mehrerer Coronafälle an einer Schule in Abtwil sind die Plätze am Montag teilweise nicht besetzt. (Symbolbild)
© Getty Images

Viele Plätze in der Schule Grund in Abtwil waren am Montag nicht besetzt. 71 der 123 Schülerinnen und Schule wurden bei Ausbruchstestungen positiv auf das Coronavirus getestet. Drei weitere Schülerinnen oder Schüler befinden sich aufgrund des engen Kontakts in Quarantäne.

Coronafälle verdoppeln sich an Schulen

«Wir hatten am Montag noch rund 50 Schülerinnen und Schüler in der Schule», sagt Raphael Franke, Schulratspräsident von Gaiserwald. Drei Lehrpersonen seien ebenfalls aufgrund einer Coronainfektion zuhause.

Bereits vergangenen Freitag ist ausgekommen, dass die Hälfte der Schülerinnen und Schüler in Abtwil positiv getestet wurden, FM1Today berichtete. Über das Wochenende sind drei weitere Fälle dazu gekommen. Zahlen des Amts für Volksschule von vergangener Woche zeigen, dass die Coronafälle an St.Galler Volksschulen allgemein zugenommen haben. Während es vor zwei Wochen noch 155 Fälle waren, sind dem Amt für Volksschule per Ende vergangener Woche 291 Fälle von Schülerinnen und Schüler bekannt, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Auch die Zahl der betroffenen Lehrpersonen hat sich mit 50 Fällen vergangene Woche beinahe verdoppelt.

In der Primarschule Grund könnten noch weitere Fälle dazu kommen. Am Dienstag finden für vier Klassen, in denen es besonders viele Fälle gab, erneut Coronatests statt. Diese Klassen sind derzeit auch noch in Freizeitquarantäne. Das heisst, sie dürfen nur für die Schule das Haus verlassen. Für alle anderen Schülerinnen und Schüler wurde die Freizeitquarantäne am Samstag aufgehoben.

Livestream für die Schüler zuhause

Eine Schliessung der Schule sei keine Option. «Wir haben drei Lehrpersonen, die positiv getestet wurden, der Rest kann arbeiten. Wären noch mehr Lehrpersonen ausgefallen, wäre eine Schliessung vielleicht nötig gewesen.» Der Präsenzunterricht sei aber sehr wichtig und könne nicht durch Fernunterricht ersetzt werden. «Über das Wochenende haben wir aber verschiedene Möglichkeiten getestet, wie die Kinder in Quarantäne trotzdem am Unterricht teilhaben können.» So gibt es die Möglichkeit von Video-Telefonie über «Teams» oder einem Klassenzimmer-Livestream.

«Viel schneller hätten wir nicht reagieren können»

Nach wie vor ist unklar, weshalb es innerhalb kurzer Zeit an der Schule Grund so viele Ansteckungen gegeben hat. «Es ist uns immer noch ein Rätsel.»

Dass die Schule zu spät die betroffenen Schülerinnen und Schüler nach Hause geschickt oder Massnahmen eingeleitet hat, bestreitet Franke. «Die meisten Schüler haben praktisch keine Symptome. Wir hatten zu Beginn drei Fälle in einer Klasse und haben danach sofort Klassentestungen angeordnet. Dabei sind noch weitere Fälle dazugekommen.» Deshalb habe es an der ganzen Schule eine Ausbruchstestung gegeben. «Viel schneller hätten wir nicht reagieren können.»

Die Ausbruchstestung an der Schule kam gemäss Franke noch kurz bevor das Kantonsarztamt die Weisungen änderte. «Vorher gab es automatisch Betriebstestungen, wenn in einer Klasse mehr als zwei Fälle vorkamen.» Aktuell würde das Amt von Situation zu Situation entscheiden, ab welcher Fallzahl pro Schule Betriebstestungen gemacht werden. «Hätten die Weisungen zu Beginn des Ausbruchs bereits gegolten, wäre die Schule vermutlich erst später getestet worden.»

Keine Betriebstestungen in Kindergärten 

Inwiefern die angepassten Weisungen für Volksschulen Auswirkungen haben auf den Anstieg der Fälle in Schulen, ist unklar. Eine weitere Anpassung in den Weisungen ist der Umgang mit Kindergärten. Kinder unter sechs Jahren sind von Betriebstestungen ausgeschlossen und müssen nicht in Quarantäne, wenn sie engen Kontakt mit einer infizierten Person hatten. Auch eine Maskentragepflicht gilt bei Kindern unter sechs Jahren nicht. Dass auch Kinder oder Lehrpersonen am Kindergarten in Abtwil positiv getestet wurden, ist Raphael Franke nicht bekannt.

An der Primarschule sollen bald wieder alle Schülerinnen und Schüler die Pulte besetzen. Gemäss Franke kommen die meisten in dieser Woche wieder zurück in den Unterricht. «Ergeben die Betriebstestungen am Dienstag keine weiteren Fälle, sind ab dem 22. November die letzten Schülerinnen und Schüler aus der Quarantäne.

(abl)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 15. November 2021 17:58
aktualisiert: 15. November 2021 18:07