Hartes Pflaster

Darum kommt Uber nicht nach St.Gallen

24. Januar 2020, 15:09 Uhr
«Bringt alles durcheinander» – Uber ist in St.Gallen nicht willkommen.
© istock
Obwohl jede Woche angeblich 1000 Leute checken, ob der Fahrdienst Uber auch in St.Gallen angeboten wird, kommt Uber nicht so bald in die Ostschweiz. Daran ist die Stadt wohl selber Schuld.

Was man in Zürich, Winterthur, Zug, Baden, Basel, Lausanne, Genf und Luzern machen kann, geht nicht in St.Gallen: Ein Uber-Taxi per App bestellen. Der Fahrdienst wird nicht in St.Gallen angeboten, obwohl das Interesse gross ist. Uber gibt an, dass es pro Woche über tausend Zugriffe auf das Uber-App gibt, die prüfen, ob der Fahrdienst in St.Gallen verfügbar ist, schreibt das St.Galler Tagblatt

Die Nachfrage wäre also da, nur das Angebot fehlt weiterhin aus mehreren Gründen:

1. Es mangelt an Fahrer

Die Sprecherin von Uber sagt im Tagblatt, man müsse vor dem Start in einer neuen Stadt erst sicherstellen, dass man einen zuverlässigen Service anbieten kann. Übersetzt heisst das, dass es in St.Gallen an Fahrern mangelt. Diese werden wohl durch das St.Galler Taxi-Reglement abgeschreckt.

2. Das Taxi-Reglement von 1995 ist eine zu grosse Hürde

Um in der Schweiz Uber-Chauffeur zu werden, muss man eine Bewilligung für den berufsmässigen Personentransport und über einen Fahrtenschreiber verfügen. St.Gallen verlangt aber noch mehr: Das Taxi-Reglement von 1995 fordert von den Fahrern ausreichend Deutschkenntnisse sowie gute Kenntnisse der Stadt und der Vorschriften im Taxiwesen. Da dies eine grosse Hürde ist, geht Uber davon aus, dass man rund um St.Gallen nicht genügend Fahrer finden würde.

3. St.Galler Taxiunternehmen wollen Uber nicht 

Während Zürcher Taxiunternehmen ihren Fahrern erlaubt, ihren Fahrdienst bei wenig Frequenz über Uber anzubieten, ist Uber in St.Gallen alles andere als willkommen. Nur kleine St.Galler Taxianbieter sagen hinter vorgehaltener Hand, dass sie auch für Uber fahren würden.

Für Hanspeter Feiss, Geschäftsführer von Sprenger Taxi, käme das nicht in Frage. «Für die Taxibranche ist es in meinen Augen ein Segen, dass Uber vorerst nicht nach St.Gallen kommt», sagt er zum Tagblatt. «Die Vermischung von Uber und der normalen Taxibranche bringt den Markt durcheinander.»

Hoffnung für Uber-Fans

Auch andere Schweizer Städte hatten in der Vergangenheit Zusatzanforderungen für Taxifahrer, haben diese jedoch gelockert. Dass in St.Gallen immer noch das Reglement von 1995 gilt, könnte sich bald ändern. Die Stadt hat den Handlungsbedarf erkannt und möchte das Dokument im Verlauf dieses Jahres revidieren. Es wird sich zeigen, ob so auch neue Türen für Uber geöffnet werden. 

(sar)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 11. Januar 2020 09:33
aktualisiert: 24. Januar 2020 15:09