Bergbahnen

Das ändert sich in den Skigebieten im Toggenburg

Lara Abderhalden, 21. November 2019, 06:25 Uhr
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Quelle: TVO

Wer dieses Jahr im Toggenburg Ski fahren will, muss beachten, dass einige Pisten nicht mehr existieren. Durch die Auflösung des gemeinsamen Tickets gibt es für die beiden Gebiete im Toggenburg zwei separate Pistenpläne - das hat auch Vorteile.

Ein weisses Loch klafft zwischen den beiden Skigebieten Wildhaus und Chäserrugg. Auf dem Pistenplan sind keine Verbindungen zwischen Wildhaus und Unterwasser mehr eingezeichnet. Dort, wo früher Skigäste von einem zum anderen Berg wechseln konnten, bleibt der Schnee diesen Winter unbearbeitet. Die Trennung der Skigebiete ist die Folge des Toggenburger Bergbahnenstreits (siehe Kasten unten).

Dieses Jahr fehlen die Verbindungspisten zwischen den beiden zerstrittenen Skigebieten.

© zVg

Gebiet wird zum freien Gelände

«Die beiden Pisten, die den Gamserrugg und Chäserrugg miteinander verbinden, wird es nicht mehr geben», sagt Jürg Schustereit, Marketingleiter der Bergbahnen Wildhaus. Konkret geht es um die Piste, die vom Chäserrugg zur Gamsalp-Bahn führt und die Piste, die vom Gamserrugg über die Ostabfahrt zum Espellift führt. «Dieses Gebiet wird nicht mehr präpariert. Es handelt sich dabei ab diesem Winter um freies Gelände», erklärt Schustereit.

Dass es Gäste geben wird, die sich verfahren oder im jeweils anderen Skigebiet landen, könne nicht ausgeschlossen werden. «Es gibt in der Schweiz und auch im Ausland über 300 Schnee- und Pistenberichte», sagt Jürg Schustereit, «diese können wir nicht alle im Auge behalten und prüfen, ob sie unsere Änderungen übernommen haben. Gut möglich, dass gewisse Gäste nicht wissen, dass es keine Verbindungspisten mehr gibt.»

So sah das Skigebiet letztes Jahr aus: Die Pisten, die die beiden Gebiete verbinden, fallen weg.

© zVg

Ostabfahrt gibt es weiterhin

Die beiden Verbindungspisten sind die einzigen, die diesen Winter wegfallen. Die Ostabfahrt, die sich zwischen den beiden Skigebieten befindet, aber zu den Toggenburger Bergbahnen gehört, ist nicht in Gefahr. Die Piste, die auf Grabser Boden verläuft, wird es auch im kommenden Winter geben. Die Toggenburg Bergbahnen haben mit der Ortsgemeinde Grabs einen Dienstbarkeitsvertrag abgeschlossen und dieser Vertrag läuft noch, heisst es auf Anfrage bei der Ortsgemeinde Grabs und bei den Toggenburg Bergbahnen.

Gemäss Alex Singenberger, Medienverantwortlicher der Toggenburger Bergbahnen, gibt es durch den Wegfall der beiden Pisten keine Einschränkungen: «Wir werden mit Freude die wunderbare Topografie des Gebietes zur Geltung bringen, in dem wir anspruchsvolle Pisten präparieren.» Unter anderem wird es eine Abfahrt vom Chäserrugg-Gipfel bis ins Tal nach Alt St.Johann geben.

Skibus soll auch Unterwasser und Alt St.Johann bedienen

Bezüglich Skibus wird es in Wildhaus keine Veränderungen geben. Dieser fährt immer noch in derselben Frequenz und dieselben Strecken. «Der Skibus ist beispielsweise essenziell für das Reka-Feriendorf. Deshalb gibt es dort keine Einschränkungen», sagt Jürg Schustereit von den Wildhaus Bergbahnen. Die Toggenburg Bergbahnen sind gemäss Alex Singenberger aktuell noch im Gespräch mit der Gemeinde: «Der Skibus, der von der Gemeinde mitfinanziert wird, bedient nur Wildhaus. Die Stationen Unterwasser und Alt St.Johann werden ausgelassen. Die Gäste stören sich daran.» Deshalb versuche man hier mit der Gemeinde eine Lösung zu finden.

Preisanpassungen auf beiden Seiten

Da es in diesem Winter zwei Pisten weniger gibt, wurden die Preise sowohl am Chäserrugg als auch in Wildhaus angepasst. «Die Ticketpreise wurden stark reduziert», sagt der Wildhauser Marketingleiter. Vor allem die Angebote für Familien hätten sich gegenüber dem Vorjahr verändert. «Die Familien sind diejenigen, die eher bereit sind, in einem kleineren Skigebiet zu fahren. Gruppen könnten abspringen und sich ein grösseres Skigebiet suchen», sagt Schustereit.

Eine Tageskarte für einen Erwachsenen kostet in Wildhaus diesen Winter ohne jegliche Ermässigungen 55 Franken. In Unterwasser sind nur die Preise vom letzten Jahr auf der Webseite. Diese betrugen unter der Woche 59 und am Wochenende 62 Franken.

Der «Showdown» im Toggenburg

Ob es viele Gäste gibt, die diesen Winter auf einen Ausflug ins Toggenburg verzichten, sei derzeit schwierig zu sagen, so Jürg Schustereit. Erste Zahlen über die Abo-Verkäufe gebe es erst Ende Monat und das Hauptgeschäft laufe rund um Weihnachten und in den Sportferien. «Die Bevölkerung spricht teilweise von einem Showdown im Toggenburg. Die Saison wird zeigen, wer durch das separate Ticket die grösseren Einbussen hat.»

Dieser Showdown beginnt schon in den kommenden Wochen. Während die Toggenburg Bergbahnen einen Betrieb am Wochenende in Aussicht stellen, geht es in Wildhaus noch etwas länger. «Wir sind noch nicht ganz bereit und brauchen noch ein paar kalte Tage», sagt Schustereit.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 20. November 2019 06:09
aktualisiert: 21. November 2019 06:25