Nach Brand in Wildhaus

«Das Gebäude wird niemand vermissen» – Hotel Acker liegt in Schutt und Asche

· Online seit 08.02.2024, 16:53 Uhr
Das ehemalige Hotel Acker in Wildhaus ist am Mittwochabend einem Grossbrand zum Opfer gefallen. Mittlerweile ist das Feuer gelöscht, doch das Gebäude wirkt wie ein «Aschehaufen». Der Gemeindepräsident betont, dass das Gebäude wohl kaum jemand vermissen wird.

Quelle: TVO / CH Media Video Unit

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«Auf so ein Ereignis kann man sich nicht vorbereiten», sagt Thomas Diezig, Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt Sankt Johann, einen Tag nach dem Brand. Er sei vor allem froh, dass alle Personen in den umliegenden Gebäuden rechtzeitig in Sicherheit gebracht wurden. 

Geschockte Anwohnerin

Laut einer Umfrage von TVO vor Ort finden die meisten Passantinnen und Passanten es nicht einmal «so schlimm», dass das Gebäude – welches seit 20 Jahren leer stand – «weg» ist. Dieziger ist derselben Meinung: «Dass das Gebäude gleich brennen musste, war natürlich nicht gewünscht. Aber nachtrauern wird dem Gebäude wohl kaum jemand.»

TVO konnte mit einer Anwohnerin des benachbarten Gebäudes sprechen, die «immer noch unter Schock steht». Als das Hotel am Mittwochabend brannte, hätten sie und ihr Ehemann dies gar nicht bemerkt. Erst als ihre Tochter die beiden aus dem Haus rief, konnten die drei flüchten.

Ein Gast, der gerade in Wildhaus in den Skiferien weilt, sagt: «Während des ‹Znachtessens› haben wir die Sirenen gehört und gesehen, dass das Gebäude gegenüber gerade in Flammen steht.» Von der Feuerwehr erhielten er und seine Familie die Weisung, dass sie für die kommenden Stunden nicht mehr zurück ins Haus dürften. «Die Hitze des Feuers hat man im Gesicht gespürt, Angst hatten wir aber keine.» Nach rund zweieinhalb Stunden durften sie zurück in ihre Ferienwohnung. Der Urlaub wird deswegen nicht abgebrochen und die Kids durften am Donnerstag wieder in die Skischule.

Zerstörungsgrad «immens»

Die Löscharbeiten dauerten bis um 5 Uhr am Donnerstagmorgen an. Mit einem Bagger wurde der glühende Brandschutt abgegraben und gelöscht. Bis Donnerstagmittag war eine Brandwache im Einsatz und hat noch wenige einzelne Glutnester fertig gelöscht.

Einen Tag nach dem Brand steht für die Kantonspolizei St.Gallen die Brandermittlungsursache im Zentrum, wie Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, erklärt. «Forensiker waren vor Ort und durchsuchten den Brandschutt – ein Brandmittelspürhund hat sie dabei unterstützt.» Doch der Zerstörungsgrad des ehemaligen Hotels sei so immens, dass die Spurensuche «extrem schwierig» sei.

Der entstandene Schaden am «Acker» dürfte eine Million Franken übersteigen. Ebenfalls wurden umliegende Gebäude durch die enorme Hitze unterschiedlich stark beschädigt. Die genauen Schadenssummen werden derzeit abgeklärt.

Die Auswirkungen auf die Umwelt durch das verschmutzte Löschwasser konnten laut St.Galler Kantonspolizei eingedämmt werden. Die Situation wird durch den Umweltschadendienst in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden weiter beobachtet.

Derzeit werden Zeuginnen und Zeugen gesucht, die Bild- oder Videomaterial zur Verfügung stellen können, sodass die Brandursache schneller geklärt werden kann.

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veröffentlicht: 8. Februar 2024 16:53
aktualisiert: 8. Februar 2024 16:53
Quelle: FM1Today

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