«Das ist absoluter Hafenkäse»

Leila Akbarzada, 29. November 2017, 20:26 Uhr
Symbolbild
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Beim Thema Verhüllung scheiden sich die Geister: Der St.Galler Kantonsrat hat gestern das sogenannte Burkaverbot verabschiedet. Nun hat die Juso bereits das Referendum ergriffen. Auch in der Bevölkerung ist man sich uneins über das Verbot.

Es ist entschieden, und irgendwie doch nicht: Kaum hat der St.Galler Kantonsrat in einer knappen Abstimmung das Verhüllungsverbot verabschiedet, teilen Jungparteien wie die Juso St.Gallen bereits mit, dass sie das Referendum ergreifen.

Meinungen gehen weit auseinander

So gespalten die Diskussion in der Politik, so weit gehen auch die Meinungen auf den Strassen auseinander. Viele Menschen wollen sich nicht zum Thema äussern, zumindest nicht öffentlich und vor der Kamera. Hinter vorgehaltener Hand hört man aber alles Mögliche.

«Mehr Rechte für Frauen»

«Än absolute Hafächäs», sagt Nadja aus Bischofszell, Mutter von zwei Kindern. «Ich glaube nicht, dass das irgendwem etwas bringt, schon gar nicht den betroffenen Frauen selbst.»

Genau umgekehrt sieht das Roger aus St.Gallen: «Ich finde das gut, so bekommen Frauen mehr Rechte», sagt er. «Die Burka entspricht nicht den Grundsätzen der Menschenrechte. Männer, die ihre Frau in eine Burka zwingen, sind Machos.» In St.Gallen habe er noch nie eine Burka gesehen.

«Zu viele Verbote»

Immer mehr Gesetze, das ist einer Regula ein Dorn im Auge. «Zu viele Verbote und Regeln finde ich nicht gut. Klar, man muss immer die Waage halten. Wenn die Leute sich bedroht fühlen und die Stimmung kippt, dann muss man etwas machen. Aber Verbote finde ich trotzdem nicht gut», sagt sie.

«Ich finde es gut, dass St.Gallen dieses Gesetz einführt. Ich finde, die Ostschweiz wird sicherer durch dieses Gesetz», sagt Max aus Arbon. Dort sei man «von diesem Problem betroffen». «Ich sehe hin und wieder Frauen mit Burkas auf der Strasse.»

Der TVO-Beitrag zum Thema:

«Bei Passkontrollen verständlich»

Eva aus Gais findet es völlig daneben, auch wenn sie Gesichtsschleiern gegenüber kritisch eingestellt ist. «Ich selber habe auch Mühe, mit jemandem zu sprechen, der das Gesicht verdeckt hat. Aber mir ist das in der Schweiz bisher ein einziges Mal passiert», sagt sie.

Sie verstehe, dass Frauen bei Passkontrollen und so weiter ihren Schleier abnehmen müssen. «Aber mir persönlich ist das eigentlich Wurst, wie Frauen herumlaufen.»

Eine Dame, die gerade im Mittagsstress ist, bringt ihre Meinung ganz kurz beim Vorbeigehen folgendermassen auf den Punkt: «Ich finde es schade, dass man über so etwas diskutieren muss.»


Leila Akbarzada
Quelle: lak
veröffentlicht: 29. November 2017 15:08
aktualisiert: 29. November 2017 20:26