Neues Abkommen Altenrhein

«Das käme einem Berufsverbot nahe»

2. Dezember 2019, 19:28 Uhr
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Quelle: TVO

Auf den ersten Blick klingt es nach «Friede, Freude, Eierkuchen»: Der Kanton St.Gallen und das Vorarlberg haben sich im Streitpunkt Flugplatz Altenrhein einigen können – der ausgearbeitete Vorschlag soll die Länder für 20 bis 30 Jahre versöhnen. Leiden müssen die Helikoptergesellschaften auf dem Flugplatz, sie sollen nur noch halb so oft fliegen dürfen.

2000 Helikopterflüge statt 4500 pro Jahr: Das will ein bilaterales Abkommen zwischen St.Gallen und dem Vorarlberg zum Flugplatz Altenrhein. Im Gegenzug sollen mehr Linienflüge zu ausgeweiteten Zeiten stattfinden.

Ganz und gar nicht mit diesem Vorschlag einverstanden sind die Betreiber der beiden Helikopterunternehmen auf dem Flugplatz Altenrhein.

Heliunternehmen würden stark leiden

Der Firma Heli Alpin würde rund die Hälfte ihrer Flüge ab Altenrhein gestrichen. «Für uns wäre das eine mittlere Katastrophe und käme einem Berufsverbot nahe», sagt Manfred Holdener, Geschäftsführer der Heli Alpin. Vor allem die Ausbildung von jungen Piloten würde unter der Flugbegrenzung leiden.

«Wir würden wieder wie früher aus dem Feld starten müssen», sagt Manfred Holdener. Dies würde für die Bevölkerung mehr Lärm anstelle einer Beruhigung bringen. «Ich bin mir nicht sicher, ob die Leute diese Konsequenzen verstehen.»

Auch das Heliunternehmen von Roland Triet ist betroffen, er plante, in Zukunft häufiger ab Altenrhein zu fliegen. «Es schockt mich, vor allem, weil wir nie persönlich kontaktiert wurden.»

Von den Einschränkungen über die Medien erfahren

Vom geplanten Übereinkommen erfahren haben die beiden Heliunternehmen über die Medien. Die Firmen hätten sich einen Einbezug in die Entwicklung des Abkommens gewünscht. «Nun werden unnötigerweise hochqualifizierte Arbeitsplätze gefährdet», sagt Roland Triet.

Alternativen gäbe es viele: «Wir könnten verschiedene Flugrouten zum Verteilen des Lärms fliegen, ausserdem können wir die Zeiten ausdehnen, in denen wir fliegen», sagt Manfred Holdener.

Bevölkerung hat entschieden

Er hat grundsätzlich Verständnis für die Bevölkerung, die Ausschlag gab für den Entscheid, die Heliflüge eingrenzen zu wollen. Gemäss einer Interessensumfrage in der Bevölkerung, seien die Flüge der Helikopter als am ruhestörendsten wahrgenommen worden, lässt sich Bruno Damann von TVO zitieren.

Wird das Abkommen und damit die Restriktion der Heliflüge tatsächlich in Kraft treten, wäre dies fatal für die Heliunternehmen. Manfred Holdener wünscht sich deshalb eine gemeinsame Runde mit den Verantwortlichen, um nochmals über Alternativen zu diskutieren.

(enf)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 2. Dezember 2019 19:28
aktualisiert: 2. Dezember 2019 19:28