«Das konnte gar nie funktionieren»

René Rödiger, 31. März 2017, 17:59 Uhr
Bei der Lancierung des kürzesten internationalen Linienfluges gab es von Umweltverbänden und Anwohnern Widerstand. Meinrad Gschwend, Kantonsrat der Grünen, hat dazu auch einen Vorstoss eingereicht. Das meint er zum Ende des Flugs Altenrhein-Friedrichshafen.
Meinrad Gschwend, der kürzeste internationale Linienflug ist Geschichte.

Als ich das hörte, musste ich lachen. Natürlich bin ich ein bisschen schadenfreudig. Ich habe schliesslich schon vor einem halben Jahr gesagt, dass dieser Flug ein ökologischer und ökonomischer Blödsinn sei.

Wieso hat es mit diesem Linienflug nicht funktioniert?

In der Werbung wurde betont, dass das Interesse gross sei. Offenbar stimmte dies nicht.

Das wurde doch sicher im Vorfeld abgeklärt.

Die Flugbetreiber schaffen krampfhaft ein Interesse, das nicht existiert. Sie wollen ein Bedürfnis wecken, wo keines ist.

Registrieren sie das Aus mit einer gewissen Befriedigung?

Das mag jetzt so aussehen. Aber mit gesundem Menschenverstand konnte man diesen Linienflug nur als Blödsinn bezeichnen. Das konnte ja wirtschaftlich gar nie funktionieren. Und aus ökologischer Sicht bin ich erleichtert, dass es den Flug nicht mehr gibt.

Sie werden der People's Viennaline aber weiter auf die Finger schauen?

Klar. Ich wäre nicht erstaunt, wenn eine neue solche «heisse» Idee kommt. Mein Interesse gilt dem Schutz der Anwohner und der Umwelt.

Bei der Lancierung wurde ein riesiges Trara veranstaltet, jetzt will niemand mehr von der People's Viennaline mit uns sprechen.

Da kann ich keine Wertung dazu abgeben. Ich bin einfach erstaunt. Erst fährt man dickes Geschütz auf und wenn es nicht funktioniert, verkriecht man sich in ein Loch. Aber das ist halt vielleicht doch bezeichnend für die ganze Branche.

(rr)


René Rödiger
veröffentlicht: 31. März 2017 17:59
aktualisiert: 31. März 2017 17:59