Das kostet es, ein Büsi zu retten

Praktikant FM1Today, 31. Januar 2019, 07:58 Uhr
Wenn die Feuerwehr eine Katze retten muss, kann es teuer werden.
Wenn die Feuerwehr eine Katze retten muss, kann es teuer werden.
© Keystone/AP Photo/Winfried Rothermel
Die Feuerwehr löscht nicht nur Brände, pumpt Keller aus oder beseitigt Öllachen, sondern hilft auch, wenn der Hund entlaufen oder die Katze auf den Baum geklettert ist. Wie viel das kostet, ist in jeder Gemeinde anders.

Erst seit wenigen Stunden besitzt Andrea Arpagaus ihren eigenen Hund. Aus einem Tierheim in Stuttgart hat sie ihn geholt und fährt mit ihm nach Wittenbach. Dort steigt sie aus dem Auto und der scheue Hund, der sich Menschen noch nicht gewohnt sei, spring davon. Arpagaus sucht ihn zuerst selbst, danach ruft sie auch die Feuerwehr. Diese kommt, findet das kleine Tier, das jedoch sogleich wieder entwischt. Doch wer bezahlt die Kosten für den Feuerwehreinsatz?

Notrufzentrale entscheidet

Dominik Sutter, Feuerwehrkommandant der Feuerwehr Wittenbach/Häggenschwil, bestätigt den Einsatz. Auch das gehöre zur Feuerwehrarbeit. «Den Grundentscheid, ob wir wegen eines Tieres ausrücken, trifft die Notrufzentrale. Vor Ort entscheiden wir dann, wie viel Aufwand wir betreiben.» Die Frage sei immer die Notwendigkeit. «Wir helfen vor allem in Notlagen.»

Kosten variieren in Gemeinden

Die Kosten für solche Kleineinsätze variieren, da für diese der Gemeindetarif gilt. «Für solche Dienstleistungen kann also jede Gemeinde den Tarif selber festlegen. Im Normalfall muss der Eigentümer den Einsatz kostenpflichtig bezahlen», sagt Titus Mesmer, stellvertretender Feuerwehrinspektor des Kantons St.Gallen. In Wittenbach wird das Portemonnaie dabei geschont. «Wir gehen sehr human mit den Kosten um, weil wir zum Helfen da sind. Nur um die Situation vor Ort zu analysieren, verrechnen wir in der Regel nichts», sagt Sutter.

Teure Katzenrettung

Teurer wird es, sobald Maschinen oder Autos gebraucht werden: Zum Beispiel dann, wenn eine Katze auf dem Baum sitzt und nicht mehr herunter kommt. Im «Tarif für die Schadenbekämpfung», der für den ganzen Kanton gilt, wird der Einsatz von Personal und Einsatzmittel geregelt. Mesmer: «Wenn es nur Manpower braucht, kostet eine Katzenrettung rund 200 Franken, braucht es auch noch Rettungsfahrzeuge, kann dass schnell einmal 400 bis 500 Franken kosten.»

Rund 1000 Einsätze

Mesmer schätzt, dass es rund 1000 Einsätze pro Jahr im Kanton St.Gallen wegen Kleintieren gibt. Darin eingeschlossen sind auch die Einsätze zur Entfernung von Wespen- und Bienennestern. Auch diese entfernt nämlich die Feuerwehr – auch das kostenpflichtig. Jedoch im Vergleich zur Katzenrettung geradezu preiswert: Zwischen 100 und 150 Franken muss man dafür bezahlen.

Praktikant FM1Today
Quelle: tob
veröffentlicht: 30. Januar 2019 07:21
aktualisiert: 31. Januar 2019 07:58