Das Rheintal und «die Nacht der Angst»

Krisztina Scherrer, 21. Februar 2019, 19:36 Uhr
Die 102-jährige Pauline Grüninger hat beide Weltkriege miterlebt.
Die 102-jährige Pauline Grüninger hat beide Weltkriege miterlebt.
© Screenshot TVO
Die Bevölkerung im Grenzgebiet, im St.Galler Rheintal, hat den Zweiten Weltkrieg hautnah miterlebt. «Die Nacht der Angst» ist nur ein kleiner Teil der Geschichte.

Am 10. Mai 1940 greift Hitler Frankreich, Belgien, die Niederlande und Luxemburg an. Aus Furcht, dass die Deutschen auf dem Weg nach Frankreich die Schweiz einnehmen, ruft General Guisan 700'000 Soldaten zusammen. Die Angst in der Bevölkerung nimmt zu: Vor allem an der Grenze zu Österreich hört und sieht man täglich die deutschen Truppen.

Gerüchte machen die Runde

Einen kleinen Teil der Geschichte bildet «die Nacht der Angst» - die Nacht vom 11. auf den 12. Mai 1940 bleibt den Rheintalern besonders in Erinnerung. Das Gerücht, dass die Deutschen die Schweiz angreifen könnten, macht die Runde.

Familien flüchten in Richtung Appenzell oder Graubünden

«Mein Vater hat uns darüber orientiert, dass ein Angriff auf die Schweiz zu erwarten sei», sagt Walter Kobler, der 94-jährige Alt Gemeindeammann aus Rüthi, gegenüber TVO. Das Gerücht habe sich schnell verbreitet. «Wenn es losgeht, sollen wir uns bergwärts begeben, hiess es.» Viele wollen aber nicht abwarten. Hunderte Familien packen ihre Sachen und flüchten Richtung Appenzell oder Graubünden.

«Hatten immer mehr Angst»

«Man hat immer gesagt: ‹In der Schweiz gibt es keinen Krieg›. Wir hatten immer mehr Angst, vor allem als die Deutschen näher gerückt sind», sagt die 102-jährige Pauline Grüninger, die beide Weltkriege miterlebt hat. Die ganz grosse Katastrophe blieb zum Glück aus und das Rheintal und die Schweiz blieben verschont. Trotzdem hat das Schweizer Volk viel mitgemacht.

TVO-Reporter Fabian Monn hat mit verschiedenen Zeitzeugen gesprochen. Die ganze Dokumentation kannst du dir hier ansehen:

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(sk)
Krisztina Scherrer
veröffentlicht: 21. Februar 2019 14:42
aktualisiert: 21. Februar 2019 19:36