Halloween

Das unternimmt die Polizei gegen Vandalen und Corona-Verstösse

29. Oktober 2020, 07:02 Uhr
Am diesjährigen Halloween wird vieles anders. (Symbolbild)
© Keystone
An Allerheiligen, dem Tag nach Halloween, beginnt das grosse Putzen und Aufräumen. In der Nacht zuvor begehen Jugendliche immer wieder Sachbeschädigungen. Die Kantonspolizei St.Gallen setzt auch dieses Jahr unter anderem auf Präventionsarbeit.

Während die Kleineren an Halloween vor allem Süsses und Saures wollen, hat sich der irische Brauch für die Jugendlichen zu einem Event der anderen Art entwickelt: um mal wieder richtig die Sau rauszulassen.

Und auch die eine oder andere Sauerei anzurichten, beispielsweise Häuser mit Eiern zu bewerfen und danach mit Mehl zu bestäuben. Kurzer Kick für die einen, grosser Knick für jene, die es wegmachen (lassen) müssen.

Präventivmassnahmen der St.Galler Polizei 

«Wir haben jedes Jahr zwei, drei Dutzend Fälle von solchen Sachbeschädigungen an Halloween», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Diese setzt deshalb seit einigen Jahren – unter anderem – auf Prävention.

So schreibt die Kantonspolizei St.Gallen verschiedene Geschäfte an und bittet diese um Zurückhaltung beim Verkauf von zum Beispiel Eiern, Rasierschaum, Reis und dergleichen.

Das Schutzbewusstsein der Polizei konzentriert sich nicht nur auf Gebäude, Grundstücke und deren Besitzer, sondern auch auf die Jugendlichen selbst. «Vielen ist gar nicht klar, in welche Schwierigkeiten sie sich mit Sachbeschädigungen bringen können», sagt Florian Schneider, «das kann mit einem Verfahren bei der Jugendanwaltschaft enden».

Deswegen werden auch Oberstufen in die Prävention einbezogen, welche jeweils mit den Eltern Kontakt aufnehmen. Auch so soll der Anteil der Delikte reduziert werden.

Nötig wurden diese ums Eck gedachten Massnahmen spätestens vor vier bis fünf Jahren, als solche Halloween-Delikte sprunghaft zunahmen. «Damals wurden wir, ehrlich gesagt, etwas überrascht», sagt Kantonspolizist Schneider. Heute jedoch, wüssten sie genau, was zu tun sei.

Gebäude müssen professionell gereinigt werden

Es komme auch oft vor, dass an Halloween noch übrig gebliebenes Feuerwerk vom Silvester und vom ersten August abgebrannt werde – den einzigen beiden Daten, an denen das offiziell erlaubt ist.

Im Vordergrund stünden aber Vandalenakte wie das berüchtige Eierwerfen. «Meistens können wir die Eierrückstände ohne Farbveränderung entfernen. Ewas heikler sind gemalte Oberflächen», sagt Anton Benz von der St.Galler Reinigungsfirma A. Benz GmbH.

Oftmals sei der Gestank schlimmer als der Schaden an der Fassade. Trotzdem ist in vielen Fällen eine Reinigung durch den Spezialisten notwendig, nur schon wegen der Höhe, sagt Benz: «Meistens werden die Eier in einer Höhe von fünf bis sechs Metern an die Fassade geworfen, dann braucht es eine Hebebühne.»

Halloween-Partys und neue Corona-Regeln

Erwachsene treiben ihr «Unwesen» an Halloween eher an Kostümpartys. Mit den neuen Regeln des Bundesrats dürften diese 2020 aber eher ins Wasser fallen. Für die Polizei spielen sie deswegen nur eine untergeordnete Rolle.

Tanzlokale und Discos dürfen gar nicht erst öffnen, Restaurants und Bars müssen um 23 Uhr schliessen. Eine Verlagerung von solchen Partys ist jedoch denkbar. «Wir werden aber nicht unter dem Rollladen durchschauen, um die Anzahl Leute zu kontrollieren», sagt Florian Schneider.

Wenn die Patrouillen jedoch zu einer Adresse gerufen würden, wäre es gut möglich, dass überzählige Gäste nach Hause geschickt werden.

Das Hauptaugenmerk in der Geisternacht dürfte aber auf jüngeren Störenfrieden liegen. Zur Kontrolle sollen auch Polizisten in Zivil eingesetzt werden.

(thc)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 29. Oktober 2020 07:02
aktualisiert: 29. Oktober 2020 07:02