Demolierte Warnsignale verärgern Polizei

Praktikant FM1Today, 9. Juli 2019, 11:47 Uhr
Das zerstörte Polizeimaterial, ein Warndreieck und ein faltbarer Kegel, zeigt die Polizei auf Twitter.
Das zerstörte Polizeimaterial, ein Warndreieck und ein faltbarer Kegel, zeigt die Polizei auf Twitter.
© Kantonspolizei St.Gallen
Das Warndreieck ist komplett demoliert, der Warnkegel abgebrochen: Ein Autofahrer fuhr letzten Freitag auf der Autobahn A13 während einer Unfallaufnahme in Signalisationsmaterial der Polizei. Der Fahrer meldete es nicht. Bei einem ähnlichen Vorfall wurde ein Polizist verletzt.

Der Tweet trägt den Titel «Aus der Serie Unglaubliches aus dem Polizeialltag». Er stammt von der Kantonspolizei St.Gallen. Sie fand nach dem Aufräumen einer Unfallstelle ein zerstörtes Warndreieck und einen kaputten Kegel. Davon ist die Polizei alles andere als begeistert.

Vorfall ereignete sich letzten Freitag

Tatort ist die Autobahn A13. Tatzeitpunkt: der vergangenen Freitagnachmittag. Auf dem Abschnitt Buchs - Sennwald ereigneten sich mehrere Unfälle und ein Autobrand (FM1Today berichtete). «Dadurch waren viele Polizei-Patrouillen auf der Autobahn unterwegs», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen auf Anfrage von FM1Today. Beim Unfall auf Höhe Lienz SG wurde die Unfallstelle signalisiert. Beim Aufräumen wurde das völlig kaputt gefahrene Triopan (Warndreieck) und der zerstörte, faltbare Kegel gefunden. «Da muss im Verlauf der Unfallaufnahme ein Autofahrer oder sonst ein Fahrzeug rein gefahren sein», sagt Schneider.

Lenker hat möglicherweise über den Pannenstreifen überholt

«Bei der Signalisation kommt immer ein wenig auf die Gegebenheiten vor Ort an», so Schneider. Die Signale werden immer zweiseitig (am Mittelstreifen und auf dem Pannenstreifen) aufgestellt und die Distanz zur Unfallstelle variiert. «Wenn man auf der Fahrbahn bleibt, fährt man nicht in dieses Signal». Im entsprechenden Fall auf der A13 stand das zerstörte Signal auf dem Pannenstreifen. «Es ist gut möglich, dass der Lenker den Stau auf dem Pannenstreifen überholen wollte», sagt Schneider. Dies ist nicht erlaubt und wird gebüsst. Für das Befahren des Pannenstreifens gibt es eine Busse von 140 Franken. Ausserdem gäbe es eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, wegen rechts überholen.

«Das kann schwere Verletzungen nach sich ziehen»

Im Fall der A13 wurde niemand verletzt. So glimpflich gehen aber nicht alle Signalkollisionen aus. «Wenn man dort rein fährt, kann es für unsere Leute sehr gefährlich werden», so Schneider. Vor einigen Wochen konnten zwei Polizisten gerade noch einem durch die Luft fliegenden Signal ausweichen. Dieses prallte dann in das Patrouillenfahrzeug. Bereits einige Jahre zurück liegt ein Fall, bei welchem ein Polizist von einem fliegenden Signal getroffen und verletzt wurde. «Er musste zur Kontrolle ins Spital», sagt Schneider. Die Verletzungen waren aber nicht schwer.

Geht um die Sicherheit der Mitarbeiter

Auch wenn der Sachschaden mit rund 100 Franken eher gering ist, so ist es der Kantonspolizei St.Gallen wichtig, zu sensibilisieren. «Es geht uns um die Sicherheit unserer Mitarbeiter», sagt Schneider. Er ist etwas ratlos: «Wenn jemand in ein solches Signal fährt, wissen wir nicht, was wir sonst noch aufstellen sollen». Fährt ein Lenker in Warnsignale, sei es nur anständig Bescheid zu geben, findet er weiter. Das Ganze kann dann allenfalls auch gütlich geregelt werden. Liegt aber eine Straftat – wie zum Beispiel das Befahren des Pannenstreifens vor – so müsste die Person diese Konsequenz tragen.

Praktikant FM1Today
Quelle: ham
veröffentlicht: 9. Juli 2019 11:40
aktualisiert: 9. Juli 2019 11:47