Schafsrisse im Sarganserland

«Der Anblick geht einem durch Mark und Bein»

14. August 2020, 09:12 Uhr
Werbung

Quelle: tvo

Es war wahrscheinlich ein Wolfspaar, das in der Region Sarganserland innerhalb von knapp zwei Wochen über 40 Schafe gerissen hat. Die Unsicherheit unter den Schafbesitzern ist gross, die Wölfe könnten jederzeit wieder zuschlagen.

Alphirt Beni Näf hat letzten Sonntag 19 gerissene Schafe auf der Alp Gafarra oberhalb von Mels gefunden. «Das ist nicht schön, wenn man die Schafe noch schwer verletzt und halb lebend herumstolpern sieht, das geht einem durch Mark und Bein», sagt Näf, der noch immer sehr betroffen wirkt, gegenüber TVO.

«Man kann fast nicht hinsehen»

«Viele der Schafe wurden nur gebissen und nicht getötet», schildert er. «Man kann fast nicht hinsehen.» Auch der erfahrene Wildhüter Rolf Wildhaber ist noch immer betroffen über die Situation, die er auf der Alp Gafarra angetroffen hat: «Alle 200 Meter lag ein totes oder schwer verletztes Tier.» Wildhaber musst einige Tiere von ihrem Leid erlösen.

Noch liegt das DNA-Ergebnis nicht vor, doch der Verdacht fällt auf ein Wolfspaar, das bereits vor einem Jahr in dieser Gegend nachgewiesen wurde. Bereits vor zwei Wochen hatte es in der rund zehn Kilometer entfernten Alp Fursch oberhalb von Flums einen ähnlich drastischen Vorfall gegeben. Auch hier wurden 19 Schafe gerissen.

Schafe kaum geschützt

Auf beiden Alpen waren die Schafe nicht oder nur ungenügend geschützt. «Die Wölfe sind seit Jahren in dieser Gegend unterwegs und die Schafbesitzer müssen mit Schafrissen rechnen», sagt Dominik Thiel, Leiter des Amtes für Natur, Jagd und Fischerei des Kantons St.Gallen. Deshalb sei es wichtig, die Schafe gut zu schützen.

Doch auf der Alp Gafarra ist dies schwierig, weil das Gelände steil und weitläufig ist. «Wir können nicht jedes einzelne Schafe hinter einem Zaun behalten. Das ist unmöglich», sagt Beni Näf.

Noch während der Dreharbeiten bekommt Wildhüter Rolf Wildhaber einen Anruf – weitere Schafe sind gerissen worden. Am Sonntag ab 18 Uhr zeigt TVO, was der Wildhüter in einem solchen Fall vor Ort unternehmen muss und auch wie es den betroffenen Bauern nach einem solchen Verlust geht.

(red.)

Quelle: TVO
veröffentlicht: 14. August 2020 09:08
aktualisiert: 14. August 2020 09:12