St.Gallen

«Der Schaden beträgt bis zu 100'000 Franken»: Funkenbildung verursachte Brand in KHK

7. Dezember 2022, 15:58 Uhr
Am Dienstagnachmittag kam es im Kehrichtheizkraftwerk St.Gallen zu einem Brand. Marco Sonderegger, Unternehmensleiter Entsorgung St.Gallen, ordnet ein.

Quelle: FM1Today/Dario Brazerol

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Schwarze Rauchwolken waren am Dienstagnachmittag über St.Gallen zu sehen. Das «St.Galler Tagblatt» hat nachgefragt, wie hoch der entstandene Sachschaden im Kehrichtheizkraftwerk ist und wie es den beiden verletzten Arbeitern geht.

Weiss man, wie es zu dem Brand kam?

Marco Sonderegger: Ja, bei den Abbrucharbeiten der alten Rauchgasreinigungsanlage durch eine externe Firma entstand eine Funkenbildung, die den Brand ausgelöst hat. Der Brand hat keine Verbindung mit dem allgemeinen KHK-Betrieb.

Kann man den Schaden schon beziffern?

Ganz grob über den Daumen kann man von 50’000 bis 100’000 Franken Schadensumme ausgehen, da durch die Rauch- und Hitzebildung zum Teil Nachbargebäude beeinträchtigt wurden.

Es gibt eine automatische Alarmierung an die Feuerwehr im Fall eines Brandes im KHK. Wie oft kommt so ein Alarm im Jahr vor?

Äusserst selten, vielleicht einmal im Jahr. Man kann in diesem Fall von Raritäten sprechen. Der «Bunker», in dem die Abfälle verbrannt werden, wird minutiös überwacht und verfügt über eine Löschinstallation.

Das KHK ist geografisch relativ weit weg vom Feuerwehrdepot. Sind die Mitarbeiter des KHK geschult, Brände auch selbstständig löschen zu können?

Ich sehe das anders. Die Berufsfeuerwehr ist in der Nähe, das empfinde ich als Vorteil. Und ja, unsere Mitarbeiter absolvieren alle fünf Jahre einen «Feuerlöschkurs». Das KHK Betriebspersonal ist zusätzlich für Brandmeldeanlagen geschult. Ich möchte aber noch einmal betonen, das Feuer stand in keinem Zusammenhang mit dem Betrieb des KHK.

Im KHK wird Abfall verbrannt. Welche Stoffe können gefährlich werden und Implosionen auslösen?

Sämtliche illegale Abfälle sind gefährlich. Spezial- und Sonderabfälle müssen korrekt entsorgt werden. Würde jemand einen Gas Bidon vom Grill im KHK entsorgen, wäre das verheerend. Tatsache ist aber, dass wir die Abfälle nicht zu 100 Prozent kontrollieren können.

Wie geht es den zwei Mitarbeitern im Spital?

Es handelt sich um zwei externe Dachdecker, die mit den Rauchschwaden in Kontakt gekommen sind. Ihnen geht es zum Glück gut. Sie sind bereits wieder auf Platz und arbeiten.

Quelle: St.Galler Tagblatt/Gabriela Hagen
veröffentlicht: 7. Dezember 2022 15:55
aktualisiert: 7. Dezember 2022 15:58