Deshalb stinkt es in St.Gallen

Sandro Zulian, 15. Dezember 2016, 16:01 Uhr
Am Spisertor steigt manchen ab und zu ein unangenehmer Geruch in die Nase.
Am Spisertor steigt manchen ab und zu ein unangenehmer Geruch in die Nase.
© Hotel am Spisertor
Wer in den letzten paar Wochen dem Spisertor einen Besuch abgestattet hat, weiss um die Luftqualität beim Kreisel. Von Zeit zu Zeit stinkt die Ecke Spisertor / Lämmlisbrunnenstrasse gar bestialisch. Die Entsorgung St.Gallen will den Ursprung gefunden haben und hat Massnahmen ergriffen.

«So wie es hier stinkt, lagert in einem dieser Keller wahrscheinlich eine Leiche», sagt ein Passant beim Spisertor. Das ist hoffentlich nicht der Fall. Und doch, der Geruch beim Spisertor ist je nach Windrichtung zeitweise unangenehm, ja geradezu hässlich.

Keiner weiss, wieso es stinkt

«Wir kennen den Ursprung des Gestanks nicht. Wir gehen aber schwer davon aus, dass die Emissionen aus der Kanalisation stammen», sagt Viktor Bänziger von der Entsorgung St.Gallen. Nachdem FM1Today beim Amt nachgefragt hatte, sandte dies eine Kanalgruppe aus, welche sich am Spisertor eine Nase genehmigte. Anfangs merkten die Kanalarbeiter noch nichts, doch als der Wind ein klein wenig drehte, rochen es auch die abgebrühten Kanalschaffenden. «Wahrscheinlich hängt es mit der Witterung zusammen», vermutet Viktor Bänziger. Im Normalfall rieche die Kanalisation nicht derart intensiv. «Wenn es aber über längere Zeit nicht regnet, kann das dazu führen, dass Schmutzstoffe und Fäkalien nicht herausgespült werden und dementsprechend länger liegen bleiben.» All das könne dazu führen, dass die Gerüche durch die Löcher im Schacht austreten und womöglich Passanten belästigen.

Massnahmen ergriffen

«Als Sofortmassnahme haben wir die Schachtdeckel beim Spisertor geruchsneutral gemacht», sagt Viktor Bänziger. Was aufwändig klingt ist eine ganz simple Arbeit. «Der Schachtdeckel wird angehoben, dann schieben die Arbeiter einen Plastik zwischen Strasse und Deckel. Eine Dichtung, wenn man so will. So können die Gerüche nicht mehr aus den Schächten entweichen. Wenn es dann wieder einmal geregnet hat, kann der Plastik wieder entfernt werden.» Bänziger bittet die Bevölkerung um Mithilfe: «Wenn jemandem ein übler Geruch in die Nase steigt, sind wir immer froh um einen Anruf.»

Sandro Zulian
veröffentlicht: 15. Dezember 2016 15:18
aktualisiert: 15. Dezember 2016 16:01