«Höhle der Löwen»

«Die besten Unternehmen werden in Krisen gegründet»

Dario Brazerol, 11. November 2020, 07:58 Uhr
Bettina Hein ist bereits zum zweiten Mal als «Löwin» dabei.
© CHMedia
Die zweite Staffel von «Die Höhle der Löwen Schweiz» ging am Dienstag zu Ende. Die St.Galler «Löwin» Bettina Hein ist mit ihren Investitionen zufrieden, wünscht sich in Zukunft aber mehr weibliche Unternehmensgründerinnen.

40 Unternehmen haben auf TV24 in der zweiten Staffel «Die Höhle der Löwen Schweiz» ihre Geschäftsideen den fünf Investoren vorgestellt. Eine der «Löwinnen» ist die St.Galler Technologieunternehmerin Bettina Hein. Trotz Coronakrise und instabiler wirtschaftlicher Lage ist die 46-Jährige zuversichtlich, was Unternehmensgründungen angeht.

«Leute sind gezwungen, kreativer zu werden»

«Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, um ein Unternehmen zu gründen», sagt Hein. «Die besten Unternehmen entspringen Krisen. Die Leute sind dazu gezwungen, sich Gedanken zu machen und kreativ zu werden.» In dieser Zeit könne eine Sendung wie «Die Höhle der Löwen» den Jungunternehmern stark unter die Arme greifen. Und auch Bettina Hein hat in der zweiten Staffel wieder zahlreiche Start-ups unterstützt.

Besonders das Jungunternehmen Typewise ist der St.Gallerin in Erinnerung geblieben. «In diesem Start-up konnte ich mein Wissen zur Sprachtechnologie, mit welchem ich mich in meiner Karriere schon länger beschäftige, einbringen. Diesem jungen Team möchte ich helfen, international durchzustarten.»

«Wünsche mir mehr Start-ups von Frauen»

Auch wenn Bettina Hein von der Vielfalt der Start-ups begeistert ist, gibt es einen Punkt, der sie stört: die fehlende Diversität. «Ich wünsche mir mehr Start-ups von Gründerinnen. Am Ende der Dreharbeiten war ich etwas enttäuscht, dass ich nicht mehr von ihnen unterstützen konnte. Deswegen bin ich nämlich angetreten und es wäre mir eine Herzensangelegenheit, mit Frauen im technischen Bereich zu arbeiten.»

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Quelle: FM1Today

Für den Mangel an Frauen im Segment der technischen Start-ups sieht die «Löwin» zwei Gründe: «Einerseits sind es die Bildungswege, welche Frauen oft in andere Richtungen lenken. Andererseits fehlt den Frauen zum Teil das Selbstvertrauen, welches die Männer zu viel haben.» An Ehrgeiz mangle es den Frauen nicht. Es sei mehr deren Perfektionismus und Selbstzweifel, die ihnen oft im Weg stehen würden. «Deswegen haben Frauen bei mir einen Vorschussbonus.»

Mangelnder Pioniergeist in der Ostschweiz?

Doch nicht nur die Frauen waren in dieser Staffel eher wenig vertreten. Die Ostschweiz und Graubünden konnten jeweils nur mit einem Start-up vorstellig werden – keines der beiden erhielt Unterstützung der Investoren. Mangelt es der Ostschweiz an Pioniergeist? «Nein», versichert Bettina Hein. «Ich bin zuversichtlich, was die St.Galler Start-ups angeht. Im nächsten Jahr werde ich aber meine Kontakte anstupsen, damit die Ostschweiz besser vertreten ist.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 11. November 2020 07:59
aktualisiert: 11. November 2020 07:58