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Nesslau

«Die Bise trug die Funken in den Wald»

2. März 2021, 12:03 Uhr
Ein Schopf und das Haus brannten am frühen Dienstagmorgen in der Laad in Nesslau vollständig ab. Der Sachschaden beläuft sich auf mehrere hunderttausend Franken. Verletzt wurde niemand. Die Brandursache ist nicht bekannt.

«Das Haus ist bis auf die Grundmauern abgebrannt, vom Schopf sieht man nichts mehr», so beschreibt Hanspeter Krüsi, Sprecher der Kantonspolizei St.Gallen, die Situation vor Ort. Kurz nach 4.20 Uhr meldeten eine Passantin und ein Anwohner den Brand oberhalb von Nesslau bei der Kantonalen Notrufzentrale St.Gallen. Die örtliche Feuerwehr rückte aus.

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Quelle: FM1Today

Rund 90 Feuerwehrleute im Einsatz

Am Dienstagvormittag erinnern nur noch rauchende schwarze Balken und blecherne Überreste dreier Fahrzeuge, die aus den Trümmern ragen, an das Feuer des Morgens. Die Feuerwehr ist noch immer vor Ort. Löscht Glutnester. «Als wir heute Morgen hier ankamen, merkten wir relativ schnell, dass unsere Feuerwehr nicht ausreicht», sagt Michael Louis, Einsatzleiter der Feuerwehr Nesslau. Der Schopf und das Haus standen bereits in Vollbrand. Deshalb seien die Nachbar-Feuerwehren aus Ebnat-Kappel und Wildhaus alarmiert worden. «Wir waren rund 90 Feuerwehrleute.»

Bise erschwerte die Arbeit

Bereits bei der Ankunft stellte die Feuerwehr fest, dass keine Personen zu Schaden gekommen waren und die beiden Bewohner, ein Rentnerpaar, das Haus bereits selbständig verlassen hatten. Zum Brandzeitpunkt wehte eine starke Bise: «Das erschwerte uns die Arbeit. Der Wind trug die Funken über einen Wiesenhang hinauf zu einem kleinen Wald und setzte dort Bäume in Brand», so Louis. Am Waldrand sind verkohlte Äste zu sehen. «Diesen Brand konnten wir glücklicherweise in rund einer halben Stunde löschen.»

Von Glück redet Michael Louis auch im Zusammenhang mit der Windrichtung. Wäre die Bise in die andere Richtung gegangen, wäre das Feuer vermutlich auf ein weiteres nahegelegenes Wohnhaus übergegriffen.

Das ältere Paar, das im abgebrannten Haus wohnte, konnte bei Nachbarn unterkommen. Der Gemeindepräsident wird für das obdachlose Paar eine Unterkunft organisieren.

Brandursache unklar

Nebst der Feuerwehr sind auch die Brandermittler des Kompetenzzentrums Forensik der Kantonspolizei St.Gallen vor Ort und untersuchen die Brandursache. Derzeit ist unklar, weshalb es im Schopf am Dienstagmorgen zu brennen begann.

Eine Frau fährt mit dem Auto an der Brandruine vorbei: «Wurde jemand verletzt?», fragt die Anwohnerin. «Nein», antwortet Michael Louis und die Frau seufzt erleichtert. Keine Verletzten, keine Personen- oder Tierschäden – aber ein Haus, von dem nur noch die Grundmauern zu sehen sind. Das Paar selbst ist am Dienstagvormittag nicht bei der Brandruine.

(abl)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 2. März 2021 07:50
aktualisiert: 2. März 2021 12:03