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Die Lawinenhelden trainieren den Ernstfall

Linda Aeschlimann, 20. Januar 2019, 12:36 Uhr
Es zählt jede Minute bei einem Lawinenniedergang. Die Ersten, die auf der Unfallstelle sind, sind meist die Bergretter. Doch wie läuft eine solche Rettung respektive Suche ab? FM1Today war am Wochenende bei einer gross angelegten Übung dabei.

Eine Lawine erfasst auf dem Gamserrugg, oberhalb von Wildhaus, einen Schneeschuhläufer. Jetzt gilt: Jede Minute zählt. «Wir sind meist die Ersten, die im Gebirge sind», sagt Armin Grob, Präsident der Alpinen Rettung Ostschweiz. Seine Leute probten diesen Ernstfall am Wochenende im Toggenburg. Denn regelmässige Schulungen unter Zeitdruck sind Pflicht.

Familienvater, Arbeiter und Bergretter

«Konzentriertes und schnelles Arbeiten sind das A und O als Bergretter», sagt Bergretter Lars Lusti. Er und seine über 200 Kollegen in der Ostschweiz sind freiwillige Retter und immer einsatzbereit. Alles, also Familie, Job und das Engagement als Bergretter unter einen Hut zu bringen, sei die grösste Herausforderung, findet Rico Heeb. «Immer auf Abruf bereit zu sein, ist manchmal anstrengend. Aber Bergretter zu sein, ist eine Leidenschaft.»

Brenzlige Situationen gebe es regelmässig, sagt Armin Grob. Aber Angst hätten sie selten bis gar nie. Denn Angst sei ein schlechter Begleiter. «Wir müssen bei jedem Einsatz die Lage beurteilen und die eigene Sicherheit gewährleisten.»

Die Kollegensuche

Trotz modernster Techniken, darunter Suchsysteme und Airbags, bleibt die Kollegenrettung die effizienteste Technik. «Die Leute, die abseits der Pisten fahren, müssen sich auch mit der Lawinenrettung auseinandersetzen. Die meisten Verschütteten überleben, wenn sie von ihren Kollegen direkt befreit werden», sagt Armin Grob.

Befreit am Wochenende wurde auch der Schneeschuhläufer im Toggenburg. Dieser wurde mithilfe einer Sonde von den Bergrettern gefunden. In nur wenigen Minuten schaufelten die Retter die Übungspuppe aus. Diese lag zweieinhalb Meter tief unter einer Schneedecke begraben. Dann begannen die Wiederbelebungsversuche. Der Übungsleiter ist zufrieden.

Durchschnittlicher Winter

Im Schnitt wird die Alpine Rettung im Jahr 80 Mal aufgeboten. Die meisten Unfälle, gut zwei Drittel, passieren im Sommer. Die zahlreichen Lawinenmeldungen in den letzten Wochen seien aussergewöhnlich, sagt der Präsident der Alpinen Rettung Ostschweiz. Der Winter sei wegen der hohen Gefahrenstufe sehr speziell. «Was die Unfälle anbelangt, sind wir aber noch im Normalbereich.»

Der TVO-Beitrag zum Thema:

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Linda Aeschlimann
veröffentlicht: 20. Januar 2019 12:36
aktualisiert: 20. Januar 2019 12:36