Rheintal

«Die Männchen kommen zuerst» – Störche früh zurück im Rheintal

Mauro Lorenz, 24. März 2021, 08:58 Uhr
Das Nest wird vervollständigt.
© Hans Jakob Reich
Die ersten Weissstörche sind bereits im Rheintal gesichtet worden. Erwartet werden auch in diesem Frühling wieder mehrere hundert Zugvögel. Manche kommen nur zur Durchreise, manche zum Brüten.

Bereits anfangs März wurden im Rheintal die ersten Störche gesichtet. Dies sei erstaunlich früh, sagt Reto Zingg, Gründer des Vereins Storch Rheintal. «Die Männchen kommen zuerst und die Weibchen folgen später.» Die frühe Rückkehr sei auf die relativ hohen Temperaturen zum Start des Monats zurückzuführen. Auskunft zu genauen Zahlen kann er aktuell keine geben: «Gezählt wird erst in der Brutzeit.» Diese startet im Laufe des Aprils. Im Sommer werden wiederum mehrere hundert Störche erwartet.

Der Storch gehört zum Rheintal

«Es ist sehr schön zu sehen, wie die Rheintaler die Freude am Storch teilen», sagt Reto Zingg. Der «Storchenpapa», wie er liebevoll genannt wird, erzählt von Ausflügen in Schulen und Kindergärten, wo er immer wieder versucht, die Bevölkerung zu sensibilisieren. Dies hat schnell funktioniert und nun helfen auch Bauern bei Projekten mit. Sie verzichten auf gewissen Dünger oder helfen beim Bau neuer Sumpfgebiete. Im Gegenzug frisst der Zugvogel den Bauern das Ungeziefer weg, sozusagen eine Win-Win-Situation.

Ein einmaliges «Storchgebiet»

Das Rheintal bietet dem Storch alles, was er braucht: Flüsse, Sumpfgebiete und Feuchtwiesen. Auf über 400 Metern über Meer ist dies nicht selbstverständlich. Üblicherweise fühlen sich Störche in weit niedrigeren Regionen zu Hause. «Störche im Vordergrund und das Schweizer Panorama im Hintergrund, das ist auch für internationale Kollegen immer wieder erstaunlich», sagt Zingg.

Wie alles begann

Anfang des 20. Jahrhundert verschwand der Storch langsam aus der Schweiz. Nur selten konnten einzelne Reisende beobachtet werden. Erst Ende der 1980er Jahre wurden erste Versuche unternommen, den Storch zurückzubringen. Sogenannte Lockstörche wurden benutzt, um durchreisende Artgenossen dazu verführen, im Rheintal zu bleiben. 1990 nutzte Reto Zingg das wachsende Interesse am Naturschutz und den Rheintaler Störche zur Gründung des Vereins Rheintaler Storch.

(mau)

Mauro Lorenz
Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 24. März 2021 08:58
aktualisiert: 24. März 2021 08:58