«Die Party wurde immer schlimmer»

Krisztina Scherrer, 25. Februar 2019, 09:19 Uhr
Diese Abrissparty ist völlig aus dem Ruder gelaufen: Etwa hundert Leute warfen am Wochenende in einem Haus in Speicherschwendi Schränke aus dem Fenster, schlugen Scheiben ein und zündeten ein Auto an.

Der Hausbesitzer P.M. hatte eigentlich nur enge Freunde und Familienangehörige zu seiner Abrissparty an der Kantonsgrenze zwischen St.Gallen und Appenzell Ausserrhoden eingeladen - doch plötzlich standen hundert Leute in seinem Haus und feierten. «Die Einladung ist schnell in Umlauf geraten und ich habe auch so ziemlich jedem, den ich kenne, von der Party erzählt», sagt. P.M. gegenüber FM1Today. Er habe nicht klar kommuniziert, dass nicht einfach alle jemanden mitnehmen dürfen. «So haben Freunde ihre Freunde mitgenommen. Dann ist es eskaliert.»

«Bänke wurden aus dem Fenster geworfen»

«Die Party wurde immer schlimmer und schlimmer», sagt der Gastgeber. Die Leute seien immer motivierter gewesen, etwas zu zerstören: «Einer ist mit dem Auto in die Wand gefahren, ein anderer hat seinen Töff in das Wohnzimmer genommen und Bänke wurden aus dem Fenster geworfen.» Der Umbau seines Hauses sei schon länger in Planung. Jetzt ginge das «halt schneller voran als geplant».

Gastgeber wollte nicht, dass Party ausartet

Auch ein Auto, das nicht mehr strassentauglich gewesen sei, wurde angezündet. Deshalb rückten die Stadtpolizei St.Gallen und die Feuerwehr aus. «Das Auto hat zwei Stunden lang vollständig gebrannt», sagt P.M. «Ich wusste, dass ich das Haus bald abbrechen würde, deshalb fand ich es nicht so schlimm, dass etwas kaputt ging.» Er habe aber nicht gewollt, dass etwas brennt oder dass die Party derart aus dem Ruder läuft.

«Ich erwarte ein paar Rechnungen»

Die Kantonspolizei St.Gallen hat unterdessen die Ermittlungen aufgenommen. «Wir müssen jetzt herausfinden, wer das Auto angezündet hat, da dies verboten ist. Dann müssen wir schauen, ob das Ganze ein Nachspiel für den Gastgeber hat», sagt Gian-Andrea Rezzoli, Mediensprecher Kantonspolizei St.Gallen, gegenüber FM1Today. Der Gastgeber rechnet mit dem Schlimmsten: «Ich erwarte ein paar Rechnungen und es gibt wahrscheinlich ein Verfahren.»

Krisztina Scherrer
Quelle: red.
veröffentlicht: 24. Februar 2019 19:02
aktualisiert: 25. Februar 2019 09:19