Gossau

«Die Tigerin hatte Angst oder wollte ihr Revier verteidigen»

6. Juli 2020, 10:33 Uhr
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Quelle: TeleZüri

Wie gefährlich der Umgang mit Wildtieren ist, hat der tödliche Amurtiger-Unfall im Zoo Zürich gezeigt. Auch im Walter Zoo in Gossau leben vier solcher Tiere. Der Umgang mit ihnen erfordert von den Tierpflegern besondere Sichherheitsvorkehrungen.

«Es kann sein, dass die Tigerin einfach ihr Revier verteidigen wollte oder Angst hatte und dann angegriffen hat», sagt Walter-Zoo-Geschäftsleiter Ernst Federer gegenüber Tele Züri zum Amurtiger-Unfall im Zoo Zürich am Wochenende. Eine 55-jährige Tierpflegerin wurde bei einer Tiger-Attacke getötet. Auch im Walter Zoo leben vier Amurtiger, die zu den grössten Wildkatzen der Welt gehören und bis zu 280 Kilo schwer werden können.

Keinen direkten Kontakt mit den Tieren

Wie es im Zoo Zürich zum Unfall kommen konnte, ist noch unklar. Weder der Zoo Zürich noch der Walter Zoo arbeiten im direkten Kontakt mit den Tieren. Muss ein Tierpfleger ins Wildtier-Gehege, wird dafür gesorgt, dass sich dort ganz sicher kein Tier befindet.

Die einzelnen Abteile der Gehege werden strikte mit Schiebetüren voneinander abgetrennt. Nur geschultes Personal hat in Gossau Zugriff auf die Bedienung der Türen. «Der Revierleiter oder dessen Stellvertreter dürfen die Türen bedienen. Ausschliesslich diese zwei können die Verantwortung für das ‹Schiebern› übernehmen.» Zusätzlich sind die Schiebetüren-Griffe durch ein Schlüsselsystem gesichert, damit niemand Unautorisiertes Zugriff hat. «Wir warten gespannt auf den Untersuchungsbericht aus Zürich», sagt Ernst Federer.

«Ein Restrisiko bleibt immer»

Die tödliche Tigerattacke im Zoo Zürich ist kein Einzelfall, bereits im Dezember kam es zu einem weiteren Zwischenfall: Ein Krokodil biss einer Pflegerin in die Hand, das Tier musste mit einer Pistole erschossen werden. «Im Walter Zoo hatten wir glücklicherweise noch nie einen solchen Vorfall», sagt Federer gegenüber dem SRF Regionaljournal. Trotzdem denkt Federer nicht, dass der Zoo Zürich ein Sicherheitsproblem hat: «Es ist tragisch, wenn so etwas passiert, doch ein Restrisiko im Umgang mit Widtieren besteht immer.» Deshalb werde das Personal auch besonders geschult und vorbereitet auf diese schwierige Aufgabe.

(agm)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 6. Juli 2020 10:42
aktualisiert: 6. Juli 2020 10:33