Pickerl-Debatte

Diepoldsau wehrt sich vehement gegen Maut-Abschaffung

15. November 2019, 15:58 Uhr
Diepoldsau befürchtet mehr Verkehr durch die Vignettenbefreiung im Vorarlberg.
© St.Galler Tagblatt/Ralph Ribi
Voraussichtlich ab Mitte Dezember brauchen die Autofahrer auf der A14 zwischen Hohenems und Hörbranz kein Pickerl mehr. Der Autobahnabschnitt soll von der Maut befreit werden. Auf der Schweizer Seite macht sich jetzt Widerstand breit.

Der Maut-Knatsch im Vorarlberg erreicht die Schweiz. Diepoldsau geht auf die Barrikaden. In einem offenen Brief nimmt die Gemeinde Diepoldsau Stellung und fordert vom Land Vorarlberg die Mautaufhebung zu sistieren. Und vom österreichischen Verkehrsminister, auf die Vorlage nicht einzugehen.

Am Mittwoch stimmte der österreichische Nationalrat der Mautbefreiung von fünf Autobahnabschnitten zu. Sagt nun auch der Bundesrat am 5. Dezember ja, dann benötigt man unter anderem auf der A14 zwischen Hohenems und Hörbranz keine Vignette mehr.

Diese Strecke soll im Vorarlberg von der Maut befreit werden.

© TVO

Freuen würde dieser Entscheid zum einen die Rheintaler Grenzgänger, zum anderen Bregenz. Dort erhofft man sich weniger Verkehr. Ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen befürchten dafür Hohenems und Lustenau. Und eben auch Diepoldsau. Dort bekundet man in einem offenen Brief erhebliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit der Vorlage.

Alle gleich behandeln

«Das Problem würde dadurch von Bregenz schlicht auf den Abfahrtsknoten Hohenems-Diepoldsau verlagert, welcher ohnehin schon unter der Verkehrsbelastung stark leidet», schreibt die Gemeinde Diepoldsau im offenen Brief, welcher vom Gemeindepräsidenten Roland Wälter unterzeichnet wurde.

Weiter schreiben die Mautabschaffungs-Gegner: «Eine sektorale Mautbefreiung würde die Bürger von Hohenems bis Hörbranz inklusive, des Bregenzerwaldes bevorzugen, da diese keine Maut für die Benutzung der A14 entrichten müssten, wenn sie diesen Streckenabschnitt benutzen.»

Reaktionen aus dem Ländle

Dass sich Widerstand auf Schweizer Seite breitmacht, verstehen auch gewisse Vorarlberger. Ein Artikel auf vol.at wird unter anderem kommentiert mit: «Auer und Diepoldsauer sollen die Grenze sperren und dann schau ma mol ob die Landesregierung auch noch nicht reden will.» Andere wiederum finden den offenen Brief aus Diepoldsau nicht beachtenswert: «Geht Schweizer nix an!» Und wieder andere vol.at-Leser üben Galgenhumor: «Keine Einnahmen mehr und Krach mit den Schweizern. OMG».

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 15. November 2019 15:58
aktualisiert: 15. November 2019 15:58