Amden

Drei verletzte Wanderer nach Angriffen von Mutterkuh

21. September 2020, 11:55 Uhr
In Amden wurden Wanderer von einer Mutterkuh angegriffen. (Symbolbild)
© iStock
Mehrere Wanderer wurden in Amden von einer aggressiven Mutterkuh bedrängt und verfolgt. Auf der Flucht stürzten sie und verletzten sich.

Zwei Angriffe einer aggressiven Mutterkuh gab es am Sonntagnachmittag in Amden. «Fünf Wanderer wurden beim Überqueren einer steilen Wiese gegen 16 Uhr von einer aggressiven Mutterkuh bedrängt. Sie flüchteten Richtung Tal und wurden dabei von der Kuh verfolgt. Auf der Flucht stürzten zwei Personen und verletzten sich leicht», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Sie mussten von der Rettung ins Spital gebracht werden.

Rund fünf Minuten später gab es einen zweiten Unfall. Wiederum wurden zwei Wanderer von derselben Kuh bedrängt. Deshalb flüchteten auch diese. Dabei wurde eine 20-jährige Frau unbestimmt verletzt. Sie musste mit der Rega ins Spital gebracht werden.

Keine Konsequenzen für Kuh oder Bauer

Die Mutterkuh hatte, nach jetzigen Erkenntnissen der Kantonspolizei St.Gallen, keine Berührung mit den verletzten Wanderern, diese wurden durch ihre Flucht verletzt. «Deshalb hat der Vorfall keine Konsequenzen für den Bauern oder die Kuh», sagt Hanspeter Krüsi.

Immer wieder kommt es auf Wanderwegen zu Zwischenfällen wegen Kühen oder Stieren. «Dieses Jahr ist dies nach meinen Kenntnissen allerdings der erste Zwischenfall dieser Art, bei dem die Polizei hinzugezogen wird», sagt Hanspeter Krüsi.

Regeln auf Weiden, die Wanderer passieren

Der richtige Umgang mit Mutterkühen ist für viele Wanderer eine Herausforderung. Weiden, wo Mutterkühe grasen, sind als solche ausgeschildert. Folgende Regeln gelten auf Weiden.

- Tiere mit aggressivem Verhalten kommen nicht auf die Weide. Es sind nur ruhige und unauffällige Kühe in Wandergebieten.

- Mutterkühe mit jungen Kälbern dürfen nicht in die Nähe der Wanderer und müssen eingezäunt sein.

- Die Tierhalter müssen regelmässig Kontrollgänge durchführen.

- Wasserstellen, Ställe und Lagerplätze müssen von den Wanderwegen entfernt sein.

- Es müssen die offiziellen, grünen Hinweistafeln angebracht sein.

Mutterkuh Hinweistafel
© Grafik Beratungsstelle für Unfallverhütung.

Wanderregeln aus Österreich

Zusätzlich hat Österreich einen Verhaltenskodex für Wanderer rausgegeben (an den du dich auch in der Schweiz halten solltest, um Angriffe zu vermeiden). Hier die Übersicht:

  1. Kontakt zum Weidevieh vermeiden, Tiere nicht füttern, sicheren Abstand halten
  2. Ruhig verhalten, Weidevieh nicht erschrecken
  3. Mutterkühe beschützen ihre Kälber: Begegnungen von Mutterkühen und Hunden vermeiden
  4. Hunde immer unter Kontrolle halten und an der kurzen Leine führen – ist ein Angriff durch ein Weidetier abzusehen: Sofort ableinen
  5. Wanderwege auf Alpen und Weiden nicht verlassen
  6. Wenn Weidevieh den Weg versperrt, mit möglichst grossem Abstand umgehen
  7. Bei Herannahen von Weidevieh: Ruhig bleiben, nicht den Rücken zukehren, den Tieren ausweichen
  8. Schon bei ersten Anzeichen von Unruhe der Tiere: Weidefläche zügig verlassen
  9. Zäune sind zu beachten (falls es ein Tor gibt, dieses nutzen, danach wieder gut schliessen und Weide zügig queren)
  10. Begegne den hier arbeitenden Menschen, der Natur und den Tieren mit Respekt

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 21. September 2020 10:50
aktualisiert: 21. September 2020 11:55