St.Galler Reiterstaffel

«Durch die Pferde soll ein positives Bild vermittelt werden»

6. Dezember 2021, 11:58 Uhr
Der Auftrag an die Reiterstaffel der Stadtpolizei St.Gallen ist klar. Sie soll der Polizei an Anlässen wie dem CSIO oder der Olma zu einem positiven Bild verhelfen.
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Quelle: BRK News

Es ist ein seltenes Bild in der Schweiz: Die Polizei hoch zu Ross. Die Stadtpolizei St.Gallen hat ihre Reiterstaffel 2009 neu gebildet. «Sie wurde für spezielle Ereignisse wieder eingeführt. Es ist ein ideales Mittel, um mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten. Deshalb haben wir die Reiterstaffel für den CSIO eingesetzt», sagt Ralph Hurni, Kommandant der Stadtpolizei St.Gallen.

Früher waren reitende Polizistinnen und Polizisten häufiger in der Schweiz anzutreffen. Die Reiterstaffel der Kantonspolizei Bern wurde 1914 von der Stadtpolizei Bern als Reiterzug gegründet. 1908 rief die Stadtpolizei Zürich ihre Reiterstaffel ins Leben, 2005 wurde diese aus Kostengründen eingestellt.

Imagepflege statt Krawall-Einsätzen

Die Stadtpolizei St.Gallen hingegen will sich diese Staffel leisten. «Bei wichtigen Anlässen wollen wir richtig und professionell auftreten. Wie bereits erwähnt, gehören dazu der CSIO oder auch die Olma», sagt Hurni. Die Rösser und ihre Reiterinnen und Reiter sollen das Image der Stadtpolizei St.Gallen pflegen. «An diesen Anlässen soll die Polizei gut vertreten und durch die Pferde ein positives Bild vermittelt werden.»

Damit dies reibungslos funktioniert, wird regelmässig trainiert. Bei Patrouillen durch die St.Galler Innenstadt lernen die Pferde das Stadtleben kennen. So kann es auch passieren, dass die Reiterstaffel bei einer Hochzeit spontan Spalier steht.

In Deutschland beispielsweise kommen die Reiterstaffeln bei weniger erfreulichen Anlässen zum Einsatz. Bei Demonstrationen oder Fussballspielen sind die reitenden Polizisten vor Ort. In St.Gallen sieht man vor solchen Einsätzen ab. «Das wäre ein völlig anderes Konzept. Dies würde einen wesentlichen finanziellen Aufwand bedeuten», sagt Hurni.

Vierstelliger Betrag wird in Reiterstaffel investiert

Pro Jahr investiert die Stadtpolizei St.Gallen einen vierstelligen Betrag in die Reiterstaffel. Die Pferde stehen in einem externen Stall und werden bei Bedarf gemietet. Ein eigener Stall wäre deutlich teurer. «Ausserdem müssten Reiter ausgebildet werden. In St.Gallen greifen wir auf Reiterinnen und Reiter zurück, welche bereits eine Ausbildung absolviert haben. Somit können wir massiv Kosten sparen», sagt der Polizeikommandant.

Aus der Sicht von Ralph Hurni erfüllt die Reiterstaffel ihre Aufgaben. «Bei Auftritten erhalten wir regelmässig positive Rückmeldungen.» Zuletzt wäre die Reiterstaffel eigentlich beim Olma-Umzug zu sehen gewesen. Da dieser aufgrund der damaligen Corona-Bestimmungen abgesagt wurde, blieben auch die Pferde im Stall.

Der nächste grössere Auftritt der Reiterstaffel soll nächstes Jahr am CSIO stattfinden. Dieser soll Stand heute vom 3. bis am 6. Juni 2022 ausgetragen werden.

(red.)

Quelle: BRK News
veröffentlicht: 10. Dezember 2021 07:46
aktualisiert: 10. Dezember 2021 07:46
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