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St.Gallen

Ehefrau mit Schuhlöffel erschlagen: Mann muss ins Gefängnis

29. September 2020, 18:27 Uhr
Am Karfreitag vor einem Jahr erschlug ein Mann in St.Gallen seine Ehefrau mit einem Schuhlöffel. Jetzt wurde er am Kreisgericht St.Gallen zu Haftstrafe und Landesverweis verurteilt.
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Quelle: tvo

Eine 40-jährige Ehe ging am 19. April 2019 abrupt in die Brüche. Ein damals 66-jähriger Mann fügte seiner 59-jährigen Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung in St.Gallen mit einem Schuhlöffel so schwere Kopfverletzungen zu, dass sie verstarb.

Heute Dienstag wurde der inzwischen 67-Jährige am Kreisgericht St.Gallen wegen Totschlags zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt, er wird sieben Jahre des Landes verwiesen. Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Gefängnis und einen zehnjährigen Landesverweis gefordert, der Verteidiger eine zweijährige bedingte Strafe ohne Landesverweis – weil sein Mandant bislang nie negativ aufgefallen sei.

Der Angeklagte zeigte sich vor Gericht reuig. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung rechneten ihm dies hoch an. Er beteuerte, dass es ihm leidtäte und er seine Frau nicht habe umbringen wollen.

Der Mann habe äusserst brutal gehandelt, sagte der Richter bei der Urteilsverkündung. Der Angeklagte und sein Verteidiger überlegen sich, das Urteil anzufechten.

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Quelle: TVO

Ehemann schikaniert

Das Ehepaar aus Serbien und Kosovo hatte fünf Kinder. Jahrelang lebte die Familie harmonisch in der Stadt St.Gallen, wie aus der Anklageschrift hervorgeht. Nachdem der Bauarbeiter in Pension ging und alle Kinder aus dem Haus waren, kriselte die Beziehung. Immer wieder wurde das spätere Opfer aggressiv und schikanierte seinen Ehemann. Aussagen wie «Du sollst Scheisse aus der WC-Schüssel essen» sollen gefallen sein.

Auch den Kindern fiel die gespaltene Persönlichkeit der Mutter auf. Einer der Söhne schlug dem Vater vor, eine Eheberatung zu machen oder sich scheiden zu lassen – dies lehnte er vehement ab, weil es eine Schande sei. Also hielt er sich, so weit es ging, von seiner Frau fern und vermied Konfrontationen.

Am Karfreitag letzten Jahres artete ein Streit zwischen den Eheleuten schliesslich aus. Der 66-Jährige konnte sich nicht länger kontrollieren. Er schlug mit einem metallenen Schuhlöffel so lange auf seine Frau ein, bis diese sich nicht mehr bewegte.

Mann gesteht Tat

Kurz danach rief der Mann die Polizei und gestand seine Tat. Davor hatte er gemäss Anklageschrift neunmal vergeblich versucht, eine Verbindung herzustellen. Er liess sich widerstandslos festnehmen.

Weil der Beschuldigte im Affekt handelte, plädierte die Staatsanwaltschaft auf den Tatbestand des Totschlags. Die gemeinsamen Kinder machen ausdrücklich keine Zivilforderungen geltend.

(lag/cam)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 29. September 2020 06:45
aktualisiert: 29. September 2020 18:27