Flugzeugabsturz

«Er konnte sich an einem Rad halten, das abgebrochen ist»

23. Februar 2021, 08:46 Uhr
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Quelle: FM1Today / TVO

Beim Flugzeugunglück bei Staad am Donnerstag konnte der Pilot gerettet werden. Gallus Baumgartner, Berufsfischer in Altenrhein, war als erster an der Absturzstelle. Er schildert die dramatischen Minuten.

Er war gerade am kochen, als ihn der Jägerhaus-Wirt anrief und vom Flugzeugunglück erzählte. «Er sagte: Ein Flieger ist runtergefallen, komm zum Hafen. Ich habe dann sofort mein Boot bereit gemacht und ging mit vier Leuten der Flughafenfeuerwehr Altenrhein auf den See», sagt Gallus Baumgartner, Berufsfischer in Altenrhein, gegenüber TVO.

Am Donnerstag stürzte ein Pilot mit einem Kleinflugzeug bei Staad in den Bodensee. An Bord der Piper befand sich ein 70-jähriger, im Tessin wohnhafter, Deutscher. Er war in Locarno gestartet und wollte trotz schlechter Witterung in Altenrhein landen (FM1Today berichtete).

Grosses Glück trotz «himmeltrauriger» Sicht

Gefunden und gerettet hat den 70-jährigen Piloten unter anderem Gallus Baumgartner. «Die Feuerwehr gab mir die Anhaltspunkte durch, wo der Flieger vom Radar verschwand – ich wusste sofort, wo ich hin musste», sagt er. Die Sicht war «himmeltraurig». Baumgartner entdeckte aber die Öllache und wusste sofort, dass dort die Absturzstelle war. Für Baumgartner schien die Sache im ersten Moment klar zu sein: Das Flugzeug mitsamt dem Piloten ist bereits auf den Seegrund gesunken.

«Wir fuhren dann Zickzack zurück Richtung Flughafen», so Baumgartner. Ein paar hundert Meter weiter fanden sie den Piloten. «Er konnte sich an einem Rad halten, das abgebrochen ist.» Die Männer haben den 70-jährigen Deutschen dann ins Boot genommen und die Rettung alarmiert. «Wir fuhren Vollgas zurück zum Hafen.» Der Pilot habe Glück gehabt, denn der See hatte knapp vier Grad. «Der wäre ein paar Minuten später vielleicht untergegangen.» Dieses Erlebnis werde ihm bleiben. «Es ist ein gutes Gefühl und beruhigend, dass wir eine Person retten konnten», sagt der Berufsfischer.

Bergung des Flugzeugs noch in Planung

Das Kleinflugzeug liegt gemäss Polizeiangaben in einer Tiefe von 80 bis 90 Metern. Wann die Bergung stattfindet, ist derzeit noch unklar. Die Bergung wird von Polizeitauchern der Kantonspolizei St.Gallen zusammen mit Spezialisten der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) organisiert.

(sk)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 22. Februar 2021 17:02
aktualisiert: 23. Februar 2021 08:46