Bluttat in St.Gallen

«Er nahm Drogen und hatte psychische Probleme»

4. September 2020, 20:23 Uhr
So präsentierte sich der St.Galler auf Facebook.
© Facebook
Der 22-Jährige, der in St.Gallen auf eine Frau einschlug und sie dabei tödlich verletzte, hatte wohl psychische Probleme. Er soll viel Geld von den Eltern bekommen und unter einer Drogensucht gelitten haben.

Nach dem Gewaltdelikt mit zwei Toten in der Stadt St.Gallen stellt sich die Frage, wie der Täter eine zufällig ausgewählte Wohnung stürmen und eine ihm vermutlich unbekannte 46-Jährige mit einem Gegenstand töten konnte.

Drogen und Prostituierte

Wie «Blick» schreibt, stammt der 22-jährige Schweizer aus einer wohlhabenden St.Galler Familie. Er besuchte die Kantonsschule am Burggraben und geriet, laut einem Freund, später auf die schiefe Bahn und nahm harte Drogen. «Er prahlte auch gerne mit Prostituierten, die er in seine Wohnung geholt hatte.»

Seinen Lebensstil habe er sich mit Geld seiner Eltern finanzieren können. In den letzten Jahren hatte der 22-Jährige psychische Probleme. «Er litt an Depressionen und hatte Selbstmordgedanken», zitiert «20 Minuten» einen Freund, der mit ihm in der Psychiatrie war. In einem Entzug in Namibia soll sich der Ostschweizer in eine Afrikanerin verliebt und diese finanziell unterstützt haben.

Seine immer wieder wechselnden politischen Einstellungen verarbeitete er in Rapsongs. Einige davon teilte er auf Facebook. Zuletzt machte er sich für die Black-Lives-Matter-Bewegung stark.

War der St.Galler schizophren?

Der forensische Psychiater Thomas Knecht glaubt, dass eine schwere Geisteskrankheit mit einem akuten Schub hinter der Bluttat steckt, «etwa eine paranoide Schizophrenie oder eine fortgeschrittene wahnhafte Störung», wie er im Interview mit dem «St.Galler Tagblatt» sagt. «Für die Diagnose entscheidend ist, dass zwischen Täter und Opfer offensichtlich keine vorbestehende Beziehung und kein Konflikt bestanden hat.» Möglich sei auch, dass der Mann unter Drogeneinfluss gehandelt habe.

Werbung

Quelle: tvo

Das Gewaltdelikt ereignete sich am Mittwochmittag an der Speicherstrasse in St.Gallen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich der mutmassliche Täter und sein 46-jähriges Opfer nicht kannten. Mit einem stumpfkantigen Gegenstand schlug der 22-Jährige «äusserst brutal» auf die Italienerin ein. Zwei St.Galler Stadtpolizisten töteten ihn mit Schüssen, er verstarb sofort. Die Frau erlag ihrem schweren Schädel-Hirn-Trauma im Spital.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 4. September 2020 16:30
aktualisiert: 4. September 2020 20:23